Ölkonzerne verteidigen Rekordgewinne und warnen vor Sondersteuer

dpa | 10.11.2005
Bild: palniki gazowe

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Washington (dpa) - Die weltgrössten Öl-Konzerne haben im US- Kongress die Rekordgewinne der Industrie verteidigt. Der Senat hatte die Vorstandchefs von ExxonMobil, Chevron, Conoco-Phillips, BP und Royal Dutch/Shell am Mittwoch angesichts stark gestiegener Benzinpreise zu einer Anhörung zitiert. "Meine Wähler argwöhnen, dass jemand den Preis manipuliert und sie über den Tisch gezogen werden", sagte Senator Pete Domenici. "Manipulieren Sie die Preise?"

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Die Konzernchefs wiesen die Vorwürfe zurück. Der Vorsitzende von ConocoPhillips, Jim Mulva, sagte, sein Unternehmen habe für jedem Dollar Umsatz knapp acht Cents Gewinn gemacht: "Wir betrachten das nicht als aussergewöhnlichen Gewinn." Shell-Vorstandsvorsitzender John Hofmeister betonte, sein Unternehmen habe in den vergangenen fünf Jahren so viel investiert wie es in dem Zeitraum in den USA verdient habe. ExxonMobil-Chef Lee Raymond führte an, die Gewinne stiegen und fielen eben von Jahr zu Jahr.

Die Ölkonzerne hatten im dritten Quartal 33 Milliarden Dollar (28 Mrd Euro) Gewinn gemacht. Ende August erreichte der Ölpreis 70 Dollar pro Barrel (159 Liter), die Benzinpreise zogen kräftig an. Dazu trugen vor allem auch die Hurrikans "Katrina" und "Rita" bei, die einen Grossteil der Ölförder- und Raffineriekapazität an der US- Golfküste wochenlang lahm legten. Im Golf wurden nach Angaben der US- Regierung vom Mittwoch noch 737 000 Barrel oder 49 Prozent weniger gefördert als vor dem Auftreten der Hurrikans.

Demokraten forderten bereits eine Sondersteuer auf die Gewinne. Damit könnten Heizgeld-Zuschüsse für Arme finanziert werden. Die Heizkosten steigen in den USA in diesem Winter nach Schätzungen um bis zu 50 Prozent. Auch Republikaner haben der Industrie vorgeworfen, nicht genug in mehr Raffineriekapazitäten zu investieren und die Preise mit dem knappen Angebot hoch zu halten.

ExxonMobil-Chef Raymond warnte vor Sondersteuern. "Die Geschichte lehrt, dass Strafmassnahmen, die hastig und als Reaktion auf kurzfristige Marktfluktuationen verhängt werden, unbeabsichtigte negative Folgen haben können" - etwa Widerwillen gegen Investitionen, sagte er. Eine nach dem Ölpreisschock der 70er Jahre eingeführte Sondersteuer habe zu einem noch knapperen Angebot geführt.



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