Noch keine Probleme für E-Plus wegen Wirtschaftskrise

dpa-AFX
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Düsseldorf/Amsterdam - Trotz der Umsatzwarnung des niederländischen Mutterkonzerns KPN sieht der Mobilfunkanbieter E-Plus noch keine Probleme durch die Wirtschaftskrise. Bei einer Telefonkonferenz  am Dienstag sagte der Chef des Düsseldorfer Mobilfunkanbieters, Thorsten Dirks, dass wegen seines Fokus auf Privatkunden E-Plus noch wenig von der Wirtschaftsflaute betroffen sei. "Unsere Industrie erweist sich als vergleichsweise robust, aber nicht vollkommen immun." Die Krise hinterlasse bei den Geschäftskunden bereits Spuren, während im Privatkundensegment bislang geringe Auswirkungen zu sehen seien.


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Für den deutschen Mobilfunkmarkt rechnet der E-Plus-Chef in diesem Jahr mit einer Stagnation. "Das ist auch getrieben durch die gesunkenen Terminierungsentgelte und die zu erwartenden Regulierungsschritte der EU." Die EU-Kommission will die Preise für Roaming, SMS und Datenverkehr im Sommer deutlich senken. Dirks erwartet aber auch, dass die Roaming-Einnahmen zurückgehen, weil im Zuge der Krise weniger gereist wird. Der Preiswettbewerb unter den deutschen Mobilfunkanbietern habe sich vor allem im Discount-Segment etwas beruhigt. Bei den Vertragskunden überböten sich die Anbieter aber nach wie vor mit Subventionen für Handys.

Im abgelaufenen Quartal profitierte E-Plus erneut von einem starken Kundenwachstum und gesunkenen Kosten. Die Serviceumsätze stiegen trotz eines gesunkenen durchschnittlichen Umsatzes je Kunden (ARPU) um 4,1 Prozent. Der ARPU war im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 14 Euro zurückgegangen. Trotzdem verbuchte der Mobilfunkanbieter ein operatives Gewinnplus von 13 Prozent. Das führt E-Plus-Chef Dirks auf eine weitere Absenkung der Kundengewinnungskosten zurück. Er räumte aber gleichzeitig ein, dass sich dieser Wert vor allem im Prepaid-Bereich einer Untergrenze annähere.

Mit seiner Mehr-Marken-Strategie knackte der Mobilfunkbetreiber die Schwelle von 18 Millionen Kunden. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Düsseldorfer mit Namen wie BASE, Simyo und blau.de rund 2,7 Millionen mehr Kunden gewinnen. E-Plus steht damit nach Kundenzahlen an vierter Stelle hinter T-Mobile, Vodafone und freenet AG . "In Deutschland gewinnen wir ganz klar von den Wettbewerbern", sagte Marcel Smits, Finanzvorstand der niederländischen E-Plus-Mutter KPN.

Der niederländische Telekomkonzern spürt inzwischen erste Anzeichen der Krise im Geschäftskundenbereich und nahm am Dienstag seine Umsatzprognose für 2010 zurück. An dem Ziel eines Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von mehr als 5,5 Milliarden Euro hielt Unternehmenschef Ad Scheepbouwer aber weiter fest. Das Unternehmen werde sich in Zukunft in allen Sparten auf EBITDA und Cashflow konzentrieren und dies vor das Umsatzwachstum stellen. Bei den Erlösen rechnen die Niederländer für das kommende Jahr nur noch mit einem leichten Anstieg gegenüber 2009. Zuvor hatten sie mehr als 15 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im abgelaufenen Quartal sank der Umsatz der Niederländer unter anderem wegen diverser Spartenverkäufe um knapp fünf Prozent auf 3,34 Milliarden Euro. Das EBITDA stagnierte bei 1,23 Milliarden Euro.



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