Niedersachsen fordert Endlagerkonzept
Osnabrück/Hannover - Nach dem umstrittenen Atommüll-Transport ins Zwischenlager Gorleben hat Niedersachsen von der Bundesregierung ein Endlagerkonzept gefordert. Es reiche nicht, lediglich gebetsmühlenartig eine alternative Standortsuche zu fordern, ohne selbst einen Vorschlag zu machen, in welche Richtung es gehen könnte, sagte Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (Dienstagausgabe). Sander warf der großen Koalition in Berlin vor, in der Frage der atomaren Endlagerung auch keinen Schritt weitergekommen zu sein als vorher die rot-grüne Bundesregierung.
«Wir als Land Niedersachsen können es uns nicht leisten, jedes Jahr an die 20 Millionen Euro für einen solchen Transport auszugeben», sagte Sander. Die Bundesregierung müsse noch vor der Bundestagswahl einen neuen Anlauf nehmen, um die Entsorgungsproblematik irgendwie zur Entscheidung zu bringen.
Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, warnte in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Dienstag) vor zunehmender Gewaltbereitschaft. «Reisende Gewalttäter haben die Anti-Atomkraft-Bewegung als neues Betätigungsfeld für sich entdeckt.» Die Krawallmacher würden die legitimen Demonstrationen der Kernkraft-Gegner für Randale und brutale Übergriffe missbrauchen. Freiberg befürchtet, dass «das Problem im kommenden Jahr massiv zunehmen wird, weil der Streit um die Atomenergie durch den Bundestagswahlkampf weiter angeheizt wird».
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