Neuer Vorwurf gegen Facebook: Erstellung von Trackingprofilen

dpa | 02.11.2011
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Hamburg/Berlin - Der Druck auf Facebook steigt: Die deutschen Datenschützer erheben neue Vorwürfe gegen das Netzwerk. Johannes Caspar beschuldigt das weltgrößte Online-Netzwerk, falsche Angaben über den Einsatz sogenannter Cookies zu machen. Anhand dieser kleinen Dateien kann eine Website beispielsweise einen Nutzer wiedererkennen. "Das Ergebnis der Prüfung erweckt den Verdacht, dass Facebook Trackingprofile der Nutzer erstellt", so der Hamburger Datenschützer. Das würde bedeuten, dass Facebook auch das Verhalten von Nutzern im Netz nachverfolgen kann. "Das wäre aber nach dem Telemediengesetz ohne entsprechenden Hinweis auch auf das hiergegen bestehende Widerspruchsrecht nicht zulässig", erklärte Caspar.


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Facebook versicherte bisher stets, die insgesamt vier verschiedenen Cookies würden vor allem für mehr Nutzer-Komfort, Sicherheit und Jugendschutz eingesetzt. Laut Caspar zeigte sich bei der Überprüfung aber, "dass die Angaben von Facebook über den Zweck dieser Cookies im Wesentlichen nicht zutreffen". Ein Nutzen sei nur bei rein optionalen Funktionen entdeckt worden, die von den Menschen erst aktiviert werden müssten. "Dass durch das Setzen der Cookies tatsächlich nur die Erhebung solcher personenbezogener Daten eines Nutzers ermöglicht wird, die für die Nutzung des Dienstes erforderlich sind, erscheint sehr zweifelhaft."

Facebook habe in einer ersten Reaktion "die Bereitschaft signalisiert, über die technischen Prozesse in eine Diskussion einzutreten", hieß es in der Erklärung des Hamburger Datenschützers.

In Deutschland geht bereits der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert gegen Facebook-Fanseiten und den Gefällt-Mir-Button vor. Er sieht in ihnen einen Verstoß gegen Datenschutz-Bestimmungen und forderte alle öffentlichen Stellen im Bundesland auf, sie nicht mehr zu verwenden.



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