Neuer IAEA-Chef: japanischer Diplomat Yukiya Amano
Wien - Der Japaner Yukiya Amano wird neuer Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. Am Donnerstag wurde der 62-jährige Diplomat vom Gouverneursrat der IAEA in Wien mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit gewählt. Amano tritt damit die Nachfolge des Ägypters Mohammed el Baradei (67) an, der seit 12 Jahren an Spitze der Atomkontrollbehörde steht. Dessen Amtszeit endet im November.
Amano betonte, er werde alle Anstrengungen unternehmen, um im Dienste der Menschheit eine nachhaltige Entwicklung durch die friedliche Nutzung der Atomenergie zu erreichen. Der Japaner erinnerte zugleich an die Geschichte seines Landes, das als einziges jemals mit Atombomben angegriffen wurde: "Auch als Bürger Japans werde ich mein Möglichstes tun, um die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern."
Der bisherige japanische IAEA-Botschafter setzte sich in einer Stichwahl knapp gegen den südafrikanischen Abrüstungsexperten Abdul Samad Minty durch. Er erhielt - bei einer Enthaltung - 23 Stimmen in dem aus 35 Mitgliedsländern zusammengesetzten IAEA-Gouverneursrat. Damit erreichte er im sechsten Wahlgang die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit. Der dritte Bewerber, Luis Echavarri, spanischer Chef der Pariser Atomenergie-Agentur der OECD, war bereits im ersten Wahlgang ausgeschieden.
In den vergangen Monaten waren mehrere Anläufe gescheitert, einen Nachfolge El Baradeis zu wählen. Amano galt als Favorit vor allem der westlichen Ländern, insbesondere der USA. Minty stützte sich überwiegend auf die Entwicklungsländer.
Seit 2005 ist Amano Botschafter seines Land bei der IAEA und hatte in dieser Eigenschaft auch turnusgemäß den Vorsitz im Gouverneursrat. Zuvor arbeitete er bereits an den Botschaften seines Landes in Washington und Brüssel. Seine Wahl muss formell von der IAEA-Vollversammlung im September bestätigt werden.
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