Neuer E.ON-Chef: Kleinere und grünere Brötchen backen
Düsseldorf/Hamburg - Der Energieriese E.ON steht vor großen Herausforderungen. Nach Ansicht des neuen Chefs Johannes Teyssen kann der Konzern mit der jetzigen Struktur in Zukunft nicht mehr erfolgreich sein. Dezentrale Energieversorgung und Ökostrom müssen mehr in den Fokus rücken.
"Ich bin davon überzeugt, dass unser Marktanteil in Deutschland zwingend und nachhaltig sinken wird", sagte Teyssen in einem Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Es sei nicht möglich, dass E.ON in einer stärker dezentralisierten Energiewelt den gleichen Marktanteil halten könne. Der liegt derzeit bei rund 15 Prozent in der Stromerzeugung. Das Unternehmen müsse sich zu einem Konzern weiterentwickeln, der noch stärker als bisher auf dezentrale und erneuerbare Energien aufbaut", betonte Teyssen.
Einen totalen Stromausfall durch die Energiewende befürchtet der Manager unterdessen nicht. Durch das endgültige Abschalten von Kernkraftwerken in Deutschland im vergangenen Jahr war die Versorgung in den Wintermonaten nach Auskunft der Netzbetreiber zum Teil kritisch geworden. Kritiker warnten wiederholt vor möglichen Blackouts. Das Stromnetz werde von Ingenieuren fortlaufend beobachtet und notfalls würden Industriekunden oder einzelne Stadtteile vom Netz genommen, sagte Teyssen weiter. Es werde in den nächsten Jahren regionale, aber beherrschbare Engpässe geben.
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