Neue Welle von Gaspreiserhöhungen ab März 2008
Heidelberg - Nach der ersten Runde von Gaspreiserhöhungen im Januar 2008 müssen sich die Verbraucher ab März auf eine weitere Verteuerung von Erdgas einstellen. Mindestens 140 lokale Gasversorger erhöhen im Frühjahr die Gaspreise um durchschnittlich 6,6 Prozent. Als Gründe für die Verteuerungen wurden gestiegene Beschaffungskosten und das hohe Niveau der Ölpreise angegeben, an welche die Kosten für Erdgas über die Ölpreisbindung gekoppelt seien.
Die jetzt angekündigten Preiserhöhungen entsprechen für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh einer jährlichen Mehrbelastung von durchschnittlich 85 Euro. Dabei wurde in der Analyse jeweils das günstigste Angebot des Versorgers zugrunde gelegt. Der stärkste Preissprung wurde bisher von den Stadtwerken Reichenbach/Vogtland GmbH angekündigt. Mit einer Steigerung von 14,1 Prozent bezahlt der Musterhaushalt hier auf ein Jahr gerechnet 186 Euro mehr als bisher.
Überdurchschnittlich hoch fallen auch die Preiserhöhungen bei den Energieriesen EnBW und RWE aus. Während die EnBW Gas GmbH eine Verteuerung der Wahltarife von 8,3 Prozent zum 1. April angekündigt hat, steigen die Preise bei der RWE Westfalen-Weser-Ems AG zur gleichen Zeit sogar um 10,1 bzw. 9,5 Prozent, je nach Lieferregion. Dies entspricht Mehrausgaben von 102 Euro (EnBW) und 119 Euro (RWE Westfalen-Weser-Ems) für den Musterhaushalt. Beide Konzerne vermeldeten zuletzt deutliche Gewinnsprünge bei den Betriebsergebnissen.
Verbraucherschützer haben in dieser Woche an die Erdgaswirtschaft apelliert, die angekündigten Erhöhungen zurückzunehmen. Die Preise für Gasimporte seien im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent gesunken. Dass die Verbraucher mehr bezahlen sollten, während die Bezugspreise im Großhandel sinken, sei nicht nachvollziehbar. Die örtlichen Gasversorger hätten schon längst die Möglichkeit gehabt, sich aus den langfristigen Bezugsverträgen mit ihren Vorlieferanten zu verabschieden und günstigere Bezugsmöglichkeiten zu erschließen.
Die Experten von Verivox.de raten Verbrauchern deshalb zu einem Gaspreisvergleich. Nur so können Haushalte prüfen, ob es günstigere Angebote beim lokalen Versorger gibt oder ob sich ein Anbieterwechsel lohnt. Beim einfachen und risikofreien Gasanbieterwechsel sollten Verbraucher vor allem auf Preisgarantien achten, um so langfristig sparen zu können.
- Tabelle (PDF)
- Informationen zum Gasanbieterwechsel
- Gaspreise vergleichen
Weitere Nachrichten vom 22.02.2008
- simply bietet neue Flatrate-Option und Freiminuten für Neukunden
- Kabel BW mit hohen Zuwächsen bei Kunden und Umsatz
- E-Plus lädt O2 zu Kooperation im Netzbereich ein
- Magazin: E.ON stellt Stadtwerke-Holding Thüga zum Verkauf
- Verbraucherzentrale: Wechselbotschaft angekommen
- T-Mobile USA will Festnetzriesen attackieren
- Nestlé-Chef: Biosprit-Ausbau führt zu Kampf um Anbauflächen
- Neu bei Vodafone: BlackBerry Pearl 8110
- freenet bietet neue DSL-Komplettpakete an
- Ex-Landesminister wird EnBW-Lobbyist in Brüssel
- Lambertz und Ufer neue Chefs bei RWE-Töchtern Power und Energy
- BlackBerry-Betreiber RIM erhöht Prognose für Kunden-Zuwachs
- US-Ölpreis gibt leicht nach
- RWE verdient dank steigender Strompreise erneut gut
- Timoschenko verkündet Einigung mit Gazprom auf Zahlungsmodalitäten

