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Neue Technik bringt mehr Windstrom ins norddeutsche Stromnetz

dpa | 18.09.2006
Bild: Stromleitungen


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Henstedt-Ulzburg (dpa) - Durch das schleswig-holsteinische Stromnetz soll mehr Windstrom fließen. Der E.ON-Konzern will seine Stromleitungen technisch aufrüsten und damit die Kapazität zeitweise um bis zu 50 Prozent erhöhen, teilte die E.ON Netz GmbH am Montag in Henstedt-Ulzburg mit. Damit müssten die Windkraftanlagen im nördlichsten Bundesland seltener und kürzer abgestellt werden, weil sie zu viel Strom einspeisen und das Netz zu überlasten drohen.

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Die Betreiber von Windenergieanlagen klagen seit langem darüber, dass E.ON gerade bei starkem Wind die Stromeinspeisung in seine Netze stoppt. Damit gingen der Windenergie-Branche jedes Jahr Millionenbeträge verloren, heißt es beim Bundesverband Windenergie. E.ON verwies bislang auf die drohende Überhitzung der Kabel bei hoher Stromeinspeisung. Bei einem Feldversuch, in den E.ON bereits vier Millionen Euro investiert hat, soll nun die Temperatur der Leitungen in Nordfriesland fortlaufend gemessen und an E.ON übermittelt werden. Bei kaltem Wetter und bei starkem Wind werden die Leitungen gekühlt, so dass nicht allein die durchlaufende Strommenge die Temperatur bestimmt. "Das ermöglicht eine kontrollierte und stärkere Auslastung der Leitungen", sagte Martin Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der E.ON Netz GmbH.

Schleswig-Holstein deckt rund 30 Prozent seines Strombedarfs aus Windkraft und damit mehr als jedes andere Bundesland. Die Windenergieanlagen zwischen Nord- und Ostsee können rund 2300 Megawatt Strom produzieren; bis zum Jahr 2008 sollen weitere 200 Megawatt dazukommen. "Mit der neuen Technik des Freiland-Monitorings leistet die E.ON Netz einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und zum Ausbau des Windkraft-Standorts Schleswig-Holsteins", sagte Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU). Das gelte besonders für den Ersatz älterer Anlagen an Land durch neuere, stärkere Windkraftwerke.

Fuchs erklärte, durch den Einsatz der verbesserten Technik könne der Ausbau des Stromnetzes eine Nummer kleiner ausfallen. "Ohne das Freileitungs-Monitoring müssten wir das Netz in deutlich stärkerem Maße ausbauen", sagte er. "Unser Ansatz lautet: Netzoptimierung vor Verstärkung vor Ausbau." E.ON untersuche seit Jahren Technologien, um die Übertragungskapazität von Freileitungen zu erhöhen.

Als "ersten Schritt in die richtige Richtung" wertete der Bundesverband Windenergie den Startschuss im Umspannwerk Henstedt- Ulzburg. "Damit erfüllt nun auch E.ON internationale Standards, die etwa in Großbritannien, Irland oder den Niederlanden gang und gäbe sind", sagte Vizepräsident Hermann Albers. "Bei kälterer Witterung oder viel Wind passt eben mehr Strom durch die Leitungen."



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