Neue Erkenntnisse über den Atom-Zwischenfall in Frankreich
dpa
Paris (dpa) - Die Serie von Zwischenfällen in französischen Atomanlagen hält an. Bei einer Inspektion der Nuklearanlage in Saint-Alban im Südosten Frankreichs sind 15 Mitarbeiter radioaktiv kontaminiert worden, wie die Tageszeitung "Le Figaro" am Dienstag berichtete. Der Vorfall ist der dritte Atom-Zwischenfall in rund zwei Wochen. Er ereignete sich am vergangenen Freitag und wurde Anfang der Woche vom Stromkonzern EDF bekanntgegeben. Die 15 Fachleute, die zu Wartungsarbeiten gekommen waren, seien "nur leicht" durch radioaktive Strahlen belastet worden. Sie hätten keine gesundheitlichen Folgen, hieß es. Die Betroffenen hätten ohne Behandlung nach Hause gehen können.
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"Dieser Zwischenfall ist nicht mit den anderen vergleichbar. Er wurde von der Atomaufsichtsbehörde, die wir umgehend informiert haben, nicht einmal auf der nuklearen Bewertungsskala eingestuft", teilte die Direktion der Atomanlage mit. Die Spuren radioaktiver Elemente wurden bei einer Kontrolle entdeckt, die nach einer Inspektion einer nuklearen Baustelle gewöhnlich durchgeführt werden.
Erst Anfang Juli waren in der zweitgrößten Atomanlage Frankreichs in Tricastin bei Avignon aus einem undichten Überlaufbecken etwa 18 Kubikmeter mit Uran belasteter Flüssigkeit ausgelaufen und in zwei Flüsse gelangt. Vor knapp einer Woche traten aus einem undichten Kanalisationsrohr in einer Brennstäbefabrik in Romans-sur-Isère knapp 800 Gramm uranhaltiger Flüssigkeit aus. In Tricastin, einer der ältesten Anlagen Frankreichs, wurde der schwere Unfall der Atomaufsichtsbehörde (ASN) erst einen Tag später gemeldet.
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