Netzneutralität ade - Kommt die Internet-Maut?

Verivox | 29.07.2010
Bild: Kabelsalat aus Netzwerkkabeln

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Düsseldorf - Angesichts der immer datenintensiveren Angebote und der immer häufigeren Engpässe im Netz diskutiert die Internet-Branche darüber, ob weiterhin alle Internet-Daten gleich behandelt werden oder zukünftig bestimmte Daten gegen ein Entgelt schneller durchs Netz geleitet werden sollen als andere. Droht zukünftig eine Internet-Maut?


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Es wird eng: Immer mehr Video- und Tondateien drängen durchs Netz. Dieses Problem beschäftigt die großen Telekommunikationsanbieter wie Telekom, Vodafone und Kabel Deutschland, genauso wie die Bundesnetzagentur.

Laut einem Bericht des Internetportals der WirtschaftsWoche wollen die Anbieter dem Internet erstmals Regeln vorschreiben: Statt, wie bisher üblich, es dem Zufall zu überlassen, wie zügig die Daten übers Internet beim Empfänger ankommen, wollen die Netzbetreiber zukünftig verbindlich festlegen, wer Daten mit welcher Geschwindigkeit empfangen oder versenden kann. Also im Klartext: für eine schnellere Datenübertragung zur Kasse bitten. Dies gelte als Voraussetzung dafür, dass die Telekommunikationskonzerne weitere Milliarden in den dringend nötigen Glasfaserausbau investieren, heißt es in dem Bericht.

Diese Pläne lösten sowohl bei etablierten Internet-Größen wie Google als auch bei der Web-Gründerszene massive Proteste aus, schließlich müssten Internetdienste, die sehr große Datenpakete transportieren, für eine schnelle Übertragungsgeschwindigkeit tief in die Tasche greifen.

Auch wenn die Internet-Maut in erster Linie die Anbieter der Internetdienste treffen würde, letztendlich wären früher oder später auch die Nutzer betroffen: sei es durch Gebühren oder durch mehr Werbeanzeigen.

Die „Netzneutralität“, welche auch auf der Agenda der vom Bundestag einberufenen Enquête-Kommission Internet ganz oben steht, steht zur Diskussion. Darüber, ob die neutrale Datenübermittlung im Internet gesetzlich festgeschrieben werden soll, wird nun beratschlagt, denn schließlich gibt es keine Reglungen, die es den Telekommunikationsanbietern verbieten, in den Internet-Verkehr einzugreifen.



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