Netzagentur bereitet Boden für weitere Absenkung der Handy-Tarife

dpa | 30.11.2007
Bild: Hand mit Smartphone


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Bonn/Düsseldorf (dpa) - Die Bundesnetzagentur hat die Grundlage für eine weitere Absenkung der Handy-Tarife geschaffen. Die vier deutschen Mobilfunkkonzerne erhalten künftig weniger für Anrufe in ihr Netz, wie die Behörde am Freitag in Bonn bestätigte. Für die Anbieter sinken die sogenannten Terminierungsentgelte demnach um 0,9 Cent auf 7,92 Cent pro Minute (T-Mobile, Vodafone) beziehungsweise um 1,1 Cent auf 8,8 Cent pro Minute (E-Plus, O2). Alle vier Unternehmen hatten eine Anhebung gefordert.

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Die Entscheidung der Behörde sorgte bei E-Plus für Verstimmung, da der Anbieter wie O2 stärker von der Absenkung betroffen ist als die Schwergewichte Telekom und Vodafone. E-Plus und auch O2 erhalten ein höheres Entgelt, da sie erst nach den beiden Marktführern an den Start gingen. Ein Sprecher von E-Plus kritisierte, dass der Abstand zu klein sei. "Das ist nicht akzeptabel." Er verwies darauf, dass Aufbau und Betrieb eines E-Netzes teurer seien als bei einem D-Netz. Ein E-Netz muss enger geknüpft werden, daher sind mehr Sendeanlagen als beim D-Netz nötig. Die KPN-Tochter verlangt eine höhere Spreizung der Entgelte.

Netzagentur-Präsident Matthias Kurth wies den Vorwurf zurück: Die Nachteile für E-Plus und O2 hätten sich im Laufe der Zeit verringert, sagte er. Die neuen Preise gelten ab Samstag bis zum März 2009. Ein Vodafone-Sprecher begrüßte die Entscheidung der Behörde. "Die Entgelte sinken wie erwartet im Einklang mit den denen anderer Länder in Europa."

Die Terminierungsentgelte sind wichtige Einnahmequellen für die Unternehmen, die einem harten Preiskampf auf dem Mobilfunkmarkt ausgesetzt sind. Bereits die letzte Absenkung im vergangenen Jahr hatte tiefe Spuren in den Bilanzen von T-Mobile, Vodafone und O2 hinterlassen. Die Entgelte stellen eine Mindestmarke bei den Handy-Tarifen dar. Mit der verordneten Absenkung bereitet die Bundesnetzagentur also den Boden für weitere Preisabschläge.

Anders als im vergangenen Jahr orientierte sich die Netzagentur bei der Höhe der Gebühren an den tatsächlichen Kosten der Mobilfunkkonzerne und nicht an Schätzwerten. Behördenchef Kurth will damit den Konflikt mit den Mobilfunkkonzernen entkräften, die gegen die im vergangenen Jahr verordnete Entgeltsenkung klagen. Nachdem die Unternehmen in der ersten Instanz mit ihrer Klage Erfolg hatten, soll nun das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das letzte Wort haben.

Der Richterspruch wird für die erste Hälfte 2008 erwartet. Ich appelliere an die Unternehmen, unsere Entscheidungen und deren Methodik zunächst gründlich zu prüfen und dann anhängige Rechtsstreitigkeiten und Klagen zurückzunehmen", sagte Kurth.



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