Netzagentur: 2007 wohl erstmals eine Million Stromanbieter-Wechsel
Auch im Gasbereich, wo seit Oktober neue Regeln zur Schaffung von mehr Wettbewerb gelten, werde es in der nächsten Zeit zu "deutlichen Veränderungen kommen", sagte Kurth weiter. Hier habe die Wechselquote im vergangenen Jahr lediglich bei 1,3 Prozent gelegen. Im Gegensatz zum Strommarkt sind beim Gas nach wie vor nur sehr wenige Konkurrenzanbieter auf dem Markt. Bundesweit gibt es bisher lediglich das Angebot E wie Einfach, hinter dem sich der Marktriese E.ON verbirgt.
Die Strompreise sind laut Netzagentur zuletzt trotz sinkender Gebühren für die Durchleitung der Elektrizität deutlich gestiegen. Strom verteuerte sich zwischen März 2006 und März 2007 um durchschnittlich 6,0 Prozent. Zugleich seien die durchschnittlichen Gebühren für die Durchleitung des Stroms durch die Netze auf Betreiben der Bundesnetzagentur in diesem Zeitraum von 7,3 Cent pro Kilowattstunde auf 6,3 Cent pro Kilowattstunde gefallen. Damit habe sich der Anteil der Gebühren für die Stromdurchleitung am Strompreis von 38,6 Prozent auf 31,5 Prozent verringert, sagte Kurth. Auch beim Gas seien die Preise trotz einer Kürzung der Netzentgelte in dem Zeitraum um 1,8 Prozent nach oben gegangen.
Kurth kritisierte die Stromanbieter dafür, dass sie für die Ankündigung neuer Preissteigerungen zum Jahreswechsel keine ausreichenden Begründungen lieferten. "Die Branche hat eine Bringschuld gegenüber den Verbrauchern", sagte er. Er vermisse eine "detaillierte Herleitung" der Kosten für den Stromeinkauf. "Pauschale Hinweise auf die Volatilität der Strombörsenpreise oder die Erhöhung der Weltmarktpreise für Öl und Gas sind jedenfalls keinesfalls ausreichend."
Zudem komme der Ausbau von Kraftwerken nicht ausreichend voran. Es müsse aber künftig ein "ausreichendes Überangebot" von Strom auf dem Markt sein. Dies sei "eine wichtige Voraussetzung für das Einsetzen von Wettbewerb und funktionierenden Handel". Kurth äußerte sich nicht direkt zum Verdacht des Bundeskartellamts, wonach die vier großen deutschen Stromversorger ihre Strategie untereinander abgestimmt haben sollen, um den Markt aufzuteilen.
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