Nach Microsoft sitzt nun Intel auf der Brüsseler Anklagebank
Brüssel (dpa) - Nach Microsoft sitzt nun der Chip-Weltmarktführer Intel auf der Brüsseler Anklagebank: Der US-Konzern rechtfertigte sich am Dienstag in Brüssel gegen schwere Wettbewerbs-Vorwürfe der EU-Kommission. Im laufenden Verfahren wegen mutmaßlichen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung droht ein hohes Bußgeld. Die EU- Wettbewerbshüter bestätigten die Anhörung, teilten jedoch keine Details zu dem Treffen hinter verschlossenen Türen mit.
Dem Konzern wird seit Juli 2007 vorgeworfen, den gleichfalls im US-Bundesstaat Kalifornien ansässigen Konkurrenten AMD mit illegalen Praktiken vom Markt für Computerprozessoren ferngehalten zu haben. Intel weist die Vorwürfe zurück: Der Chipmarkt funktioniere normal, und Intel habe sich rechtmäßig, wettbewerbsorientiert und kundenfreundlich verhalten.
Nach Ende der zweitägigen Anhörung am Mittwoch werde die Kommission nicht unmittelbar entscheiden, hieß es in Brüssel. Ob ein Beschluss noch in diesem Jahr fällt, sei völlig offen. EU-Ermittler hatten erst im Februar Büros von Intel und großer Computerhändler in mehreren EU-Ländern durchsucht. Die Kommission verhängte im Februar gegen den Softwareriesen Microsoft ein Bußgeld von 899 Millionen Euro, da der Konzern jahrelang zu hohe Lizenzgebühren für technische Informationen verlangte.
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