Nach den Solarfirmen drängen jetzt die Biosprit-Firmen an die Börse
CropEnergies ist nicht das erste Unternehmen, das mit Biosprit an der Börse für sich wirbt. Auch die Mitbewerber haben große Pläne. Im November 2005 war bereits Biopetrol mit Sitz in Zug in der Schweiz an die Frankfurter Börse gegangen. Sie betreibt in Schwarzheide in Brandenburg eine der größten deutschen Biodiesel-Produktionsstätten und kann im Jahr rund 150 000 Tonnen Biodiesel herstellen. Bis Ende 2007 soll die Kapazität auf 750 000 Tonnen ausgeweitet werden. Seit einem Jahr ist zudem die EOP Biodiesel AG aus dem Land Brandenburg an der Börse notiert. Auch EOP plant massive Produktionsausweitungen: So soll Anfang 2007 die Kapazität durch eine Erweiterung des bestehenden Werks von 32 500 Tonnen auf 132 500 Tonnen pro Jahr steigen, weitere Investitionen sind unter anderem in Österreich und Lettland geplant.
In den Startlöchern für einen Börsengang steht die BDI Biodiesel aus Österreich, die noch 2006 mit dem Gang aufs Frankfurter Parkett Geld für neue Investitionen einsammeln will. Das Unternehmen stellt Anlagen für die Gewinnung von Biodiesel her. Auch die VERBIO Vereinigte BioEnergie AG aus Zörbig im Kreis Bitterfeld, Hersteller von Biodiesel und Bioethanol, bereitet einen Börsengang im Oktober vor. Die Kapazität der Gruppe beträgt derzeit rund 400 000 Tonnen Biodiesel und 300 000 Tonnen Bioethanol pro Jahr.
Nach Einschätzung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ist die Energiegewinnung mit Hilfe von Pflanzen auf Wachstumskurs. Inzwischen würden 13 Prozent der gesamten deutschen Ackerfläche bereits für nachwachsende Rohstoffe genutzt, damit seien sie zum wichtigen wirtschaftlichen Standbein für die Landwirtschaft geworden. "Nicht nur steigende Preise für fossile Energien und Rohstoffe tragen dazu bei, auch ausreichend Fläche steht zur Verfügung", hieß es kürzlich. Negativ könnte es nach Einschätzung von Experten aber sein, wenn die derzeit noch geltende Steuerbefreiung für Bioethanol wegfällt. Bei Biodiesel ist die Befreiung zum Teil bereits gestrichen worden.
Auch wenn das Tankstellen-Netz für Biosprit noch nicht so dicht ist wie für Normalbenzin - manch ein Verbraucher hat den Schritt bereits gewagt. Ein 35 Jahre alter Kaufmann aus Bad Homburg hat sich vor wenigen Monaten für ein Bioethanol-Fahrzeug entschieden: "Ich finde die Alternative überzeugend, weil man keinen gesonderten Tank braucht." Schließlich lasse sich notfalls auch Benzin tanken. "Aber für Bioethanol zahle ich bis zu 40 Cent weniger pro Liter - und der Verbrauch ist nur etwas höher."
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