Musik, Kalender, Massenspeicher - Smartphones erobern den Handymarkt

dpa | 17.02.2005
Bild: Hand mit Smartphone

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Cannes (dpa) - Ein Handy ist nicht nur zum Telefonieren da. Das ist wohl die Botschaft, die die rund 40 000 Besucher der am Donnerstag beendeten Mobilfunkmesse 3GSM World Congress von Cannes mit nach Hause nehmen. Die Hersteller der Geräte setzen derzeit insbesondere auf Musik, die sowohl dem Teenager auf dem Weg zur Schule als auch dem Manager am Flughafen das Leben versüssen soll. Und Musik ist nur ein Anreiz, der das Handyvolk für den Umstieg auf so genannte Smartphones, die Alleskönner unter den Mobilfunkgeräten, begeistern soll.

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Überraschend hatten der finnische Handyhersteller Nokia und der Software-Gigant Microsoft auf der weltgrössten Mobilfunkmesse ihre Zusammenarbeit bei Musikangeboten bekannt gegeben. Künftig ist es möglich, Musiktitel direkt auf das Handy zu laden und sowohl auf dem Handy als auch am PC abzuspielen - vorausgesetzt der Heimcomputer wird mit Windows XP betrieben. Konkurrent Apple hingegen kooperiert mit Motorola. Apple ist mit seinem Musikportal iTunes Marktführer und hat nach eigenen Angaben seit dem Start des Portals im Mai 2003 mehr als 250 Millionen Songs verkauft. Das entspreche einem Anteil von mehr als 70 Prozent am Internet-Musikgeschäft.

Smartphones sind bereit für den Massenmarkt, glaubt die Branche. Die International Data Corporation (IDC) rechnet mit 130 Millionen verkaufter Geräte bis Ende 2008. "Die Preise werden immer weiter fallen", sagt Nokia-Manager Mauri Metsäranta. Das werde zu einer zunehmenden Verbreitung von Smartphone-Geräten beitragen. "Auch die Netzprovider forcieren den Verkauf von Smartphones." Sie hätten die Vorteile der Geräte erkannt: Die Unternehmen wüssten, dass sich mit Smartphones mehr Einnahmen generieren lassen und schätzten die besseren Möglichkeiten der providerspezifischen Einstellungen.

Zudem können die Geräte für immer mehr Funktionen benutzt werden. Sie weisen einem den Weg zum nächsten Café, dank qualitativ immer besserer Displays sind Stadtplanfunktionen komfortabel nutzbar. Und in naher Zukunft werden die Geräte nicht nur Musik abspielen, Adressen und Termine verwalten sondern können auch als Massenspeichergerät dienen. Der USB-Stick in allen Farben und Formen, wie er derzeit überall zu sehen ist, könnte also bald schon ein Auslaufmodell sein, wenn Texte, Bilder und andere Dokumente problemlos, auch in grösserem Umfang, auf dem Handy gespeichert werden können.

Der kalifornische Speicherkartenhersteller SanDisk will im zweiten Quartal 2005 eine miniSD-Karte mit einem Gigabyte Speicher auf den Markt bringen. "Mit einer 1GB-Karte kann man zum Beispiel 16 Stunden MP3-Songs speichern oder einige Stunden Videos in MPEG-4 aufnehmen", sagt SanDisk-Präsident Nelson Chan. Die miniSD-Speicherkarte kommt in zahlreichen Mobiltelefonen, aber auch Kameras und MP3-Playern zum Einsatz. IDC rechnet damit, das bereits 2006 mehr als 258 Millionen Handys über einen Karteneinschub verfügen.

Wenn die Branche 2006 zum nächsten 3GSM World Congress zusammenkommt, trifft man sich nicht mehr an der Côte d?Azur. Cannes war in diesem Jahr zum letzten Mal Gastgeber der Veranstaltung - die Stadt ist zu klein für ein Branchentreffen dieser Grösse geworden. Stattdessen wird Barcelona der nächste Austragungsort werden. 100 Prozent mehr Fläche sind nach Angaben der Veranstalter in der spanischen Stadt verfügbar. Zudem sei Barcelona rund 22 Prozent preiswerter als die Filmfestival-Stadt Cannes.



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