Mit einem Dual-SIM-Handy zwei Karten in einem Gerät nutzen

ddp | 21.08.2009
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Berlin - Die Tarife der Handy-Discounter werden immer billiger, viele Verbraucher haben aber noch einen Vertrag mit dem alten Anbieter, der höhere Minutenpreise verlangt oder gar einen Mindestumsatz. Aus dem Dilemma gibt es einen scheinbar günstigen Ausweg: ein Dual-SIM-Handy. Diese Geräte ermöglichen Telefongespräche, SMS und MMS über zwei unterschiedliche SIM-Karten mit zwei unterschiedlichen Sende- und Empfangseinheiten. So kann der Nutzer den jeweils günstigsten Tarif wählen oder in einem Gerät eine Karte für das Privat- und eine für das Geschäftshandy nutzen. Besonders interessant ist diese Variante, um etwa beim mobilen Surfen im Internet und Telefonie auf getrennte Provider zu setzen.


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Das klingt eigentlich gut, aber Experten sehen die Technik zurückhaltend. "Das Problem ist eindeutig noch die Hardware", sagt Markus Eckstein von der Zeitschrift "Connect". Zum einen gebe es wenige Geräte, die überhaupt Dual-SIM beherrschen, zum anderen seien die wenigen entsprechenden Geräte in puncto Ausstattung weit entfernt von den Topgeräten.

So böten sie häufig weder GPS-Empfänger, noch Foto, die Synchronisation mit dem heimischen PC sei schwer - und schließlich mache der Akku deutlich schneller schlapp. "Von den großen Herstellern traut sich momentan nur Samsung, ein Dual-SIM-Handy herauszubringen", sagt Eckstein. Entsprechend schwieriger sei es, die notwendige Hardware via Internet oder im Fachhandel zu bekommen. Was sicher auch daran liegen dürfte, dass die großen Mobilfunkanbieter wenig Interesse haben, in ihren Shops Geräte zu verkaufen, die auch Telefonate mit der Billigkonkurrenz ermöglichen.

Um zu wählen, mit welcher SIM-Karte der Verbraucher nun telefonieren will, haben die meisten Geräte zwei grüne Empfangstasten. "Ich muss dann bei jeder Aktion eine Entscheidung treffen, welche Karte ich nutze", sagt Eckstein. Bei SMS und MMS wird die Auswahl oft über einen Dialog gemacht. Es ist jedoch nicht möglich, etwa nach dem Abtelefonieren eines Mindestumsatzes automatisch auf die günstigere SIM-Karte und damit den günstigeren Anbieter umzuschalten.

Dementsprechend für wenig massentauglich hält der Experte die Technik: "Da muss man ein Sparfuchs sein und schon sehr genau kalkulieren, dass sich das lohnt." Ausnahmen sieht er etwa bei Menschen, die sich häufig im Ausland aufhalten und entsprechend eine SIM-Karte des dortigen Anbieters nutzen wollen. Hier mache ein Dual-Handy relativ schnell Sinn, konstatiert er.

Er rät Interessenten an der neuen Technik zum Samsung C5212. Mit seinen laut Hersteller bis zu 200 Stunden Standby und vier Stunden Sprechzeit kommt es an normale Topgeräte heran und bietet zudem auch noch eine 1,3 Megapixel Kamera mit Videofunktion. Verglichen mit anderen Handys ist es mit dem regulären Preis von 250 Euro ohne Vertrag allerdings alles andere als günstig. Und das gilt nach Aussage von Markus Eckstein - abgesehen von ganz einfach ausgestatteten Modellen ab 100 Euro - für alle seine Artkollegen: "Von der Dual-SIM-Funktion mal abgesehen, bekommt man relativ wenig Handy für sein Geld." Preisgleiche normale Geräte böten vielfach umfangreichere und bessere Funktionen.



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