Minister: RWE bekommt Zuschlag für Anteil an bulgarischem Reaktor
Sofia - Der Energiekonzern RWE hat den Bieterkampf um einen Minderheits-Anteil an einem neuen Atomkraftwerk in Bulgarien für sich entschieden. Der bulgarische Stromlieferant NEC habe die Investoren-Angebote geprüft und RWE den Zuschlag erteilt, teilte Wirtschaftsminister Petar Dimitrow am Freitag in Sofia mit.
Neben RWE war auch der belgische Konzern Electrabel an einem 49-Prozent-Anteil an dem rund vier Milliarden Euro teuren Kraftwerk Belene interessiert. RWE und Electrabel, eine Tochterfirma des französischen Energiekonzerns GDF Suez, könnten den Minderheitsanteil jedoch auch aufteilen, sagte Dimitrow. Dies müssten die beiden Unternehmen in den kommenden Tagen entscheiden.
Bulgariens Regierungschef Sergej Stanischew hatte Anfang September den Startschuss für den Bau des zweiten bulgarischen Atomkraftwerks gegeben, das von der russischen Firma Atomstrojexport gebaut wird. Die Inbetriebnahme des ersten 1000-Megawatt-Reaktors in der nordbulgarischen Stadt Belene an der Donau ist für Januar 2014 geplant. Es handelt sich um das erste Projekt von Atomstrojexport in der Europäischen Union. An dem Bau ist auch ein deutsch-französisches Konsortium des Atomkonzerns Areva und Siemens beteiligt.
Die EU-Kommission hatte Ende 2007 grünes Licht für den Bau des Akw gegeben. Aus Sicherheitsgründen hatte Bulgarien ein Atomkraftwerk auf Weisung der EU im Jahr zuvor teilweise schließen müssen. Durch den Bau des neuen Atomkraftwerks hofft Bulgarien auch, verstärkt Energie exportieren zu können.
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