Minister lehnt kostenlose Nachrichten-"Apps" der ARD ab
Berlin - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) lehnt die Pläne der ARD für kostenlose Anwendungen auf sogenannten Smartphones ab. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte mit Gratisangeboten für das iPhone nicht unnötig neue Geschäftsmodelle der privaten Anbieter gefährden", sagte Neumann. Die ARD will noch vor Ostern 2010 die "Tagesschau" als sogenanntes Applet - kurz "App" - für Nutzer von Smartphones gratis zur Verfügung stellen. Private Verlage sehen das als Wettbewerbsverzerrung. Die Apps von "Bild" und "Welt kompakt", die es seit kurzem gibt, sind kostenpflichtig.
Die ARD müsste sich auf ihren Auftrag zur Grundversorgung beschränken, hatte der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger in einem Brief an Neumann gefordert. Das Gratis-Angebot der ARD schade privaten Anbietern. Neumann schloss sich der Kritik nun an.
Während private Medienunternehmen "zum Teil ums Überleben kämpften", dürfte der öffentlich-rechtliche Rundfunk deren Lage nicht noch verschärfen, betonte Neumann in einer Mitteilung. Es sei "schon verwunderlich", dass die ARD ihr Gratis-Modell vorgestellt habe, kurz nachdem Verlage ihr Bezahlmodell starteten. Private Medienanbieter bräuchten Spielraum für Marktentwicklungen, sagte Neumann. "Haben sie diesen nicht, wird das Nebeneinander von privaten und öffentlich- rechtlichen Medienanbietern für die Zukunft in Frage gestellt."
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