Microsoft droht wegen Windows Vista neues EU-Wettbewerbsverfahren

dpa
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Brüssel (dpa) - Microsoft droht wegen des neuen Betriebssystems Windows Vista bereits Monate vor dessen Start ein neues EU- Wettbewerbsverfahren. Computerhersteller und Verbraucher könnten bei Vista möglicherweise keine ausreichende Auswahl zwischen verschiedenen Softwarepaketen haben, sagte der Sprecher von EU- Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Mittwoch in Brüssel. Kroes habe einen entsprechenden Warnbrief an Microsoft-Konzernchef Steve Ballmer geschickt. Der Konzern wies die Vorwürfe unterdessen zurück.

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Die Kommission hatte bereits ein Rekordbußgeld wegen der aktuellen Windows-Software verhängt. Mit dem Warnbrief verschärfte die Kommission unmittelbar vor einer Anhörung mit dem Konzern die Gangart. Am Donnerstag und Freitag wird Microsoft bei der nicht- öffentlichen Veranstaltung in Brüssel seine Konzessionen im laufenden Streit um Einhaltung von EU-Sanktionen erläutern. Auch Konkurrenten werden zu Wort kommen. Microsoft ist derzeit mit Windows der mit Abstand führende Hersteller von Betriebssystemen weltweit.

Mit Vista werde Microsoft alle Gesetze und Wettbewerbsstandards einhalten, teilte das Unternehmen mit. "Verbrauchern steht es offen, eine breite Palette von Konkurrenz-Produkten zu nutzen. Windows Vista soll die Verbraucherentscheidungen respektieren." Microsoft wolle sowohl die Branche als auch die Regulierungsbehörden über die Software-Entwicklung auf dem Laufenden halten. Der Markstart von Vista war erst kürzlich von November auf Janaur 2007 verschoben worden.

Microsoft müsse auch bei dem neuen Betriebssystem Vista die EU- Wettbewerbsregeln einhalten, sagte der Sprecher. "Es ist nicht Teil des alten Falles. Falls wir feststellen sollten, dass Vista die EU- Regeln verletzt, würden wir einen neuen Fall haben." Brüssel sorgt sich, dass das Betriebssystem mit Anwendungen gekoppelt werden könnte, die bisher getrennt zu erhalten sind. So befürchtet dem "Wall Street Journal" zufolge zum Beispiel auch Symantec, kalifornischer Hersteller von Antiviren-Software, dass Microsoft Vista mit einer eigenen Antiviren-Software bündeln könnte.

Nach der Anhörung will Kroes entscheiden, ob sie tägliche Bußgelder von bis zu zwei Millionen Euro wegen Nichtbefolgung der EU- Entscheidung von März 2004 verhängt oder nicht. Nach Ansicht der EU- Kommission erfüllt der Konzern die damals erteilten Auflagen immer noch nicht. Damals hatten die EU-Wettbewerbshüter Microsoft zu einem Rekordbußgeld von 497 Millionen Euro wegen Ausnutzung seiner marktbeherrschenden Stellung verurteilt. Außerdem muss Microsoft sein Betriebssystem Windows in einigen Bereichen für den Wettbewerb öffnen - um diese Auflagen gibt es Streit.



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