Microsoft bläst zum Grossangriff auf AOL
MSN 8.0 bietet weitaus mehr als ihre Vorgänger. Integriert wurden Programme zur Fotobearbeitung und zum Bezahlen von Rechnungen sowie der Online-Zugang zum Nachschlagewerk "Encarta". Für diese Angebote musste bisher separat bezahlt werden. In Zukunft sollen sie für MSN- Abonnenten zum Inklusiv-Angebot gehören. Das galt in früheren MSN- Versionen nur für Komponenten wie E-Mail und Online-Telegramme. Und sie konnten auch von Websurfern genutzt werden, die nur die MSN- Software nutzten, aber ihre Monatsgebühren bei einem anderen Service- Provider entrichteten.
Mit diesem kostenlosen Service für Fremdnutzer ist nun Schluss. Eine Gebühr für die Nutzung von MSN 8.0 soll in Zukunft dann erhoben werden, wenn Websurfer die MSN-Software nutzen, ohne gleichzeitig Abonnenten beim Online-Service MSN zu sein. Bisher gab Microsoft noch nicht bekannt, wie hoch die Gebühr sein wird. Klar ist aber, dass mit der Neuerung immer mehr MSN-Abonnenten angelockt werden sollen. Für AOL-Abtrünnige bietet Microsoft eigens einen Service namens TrueSwitch. Er hilft dabei, das persönliche Adressbuch sowie abgelegte E-Mails von der AOL-Software auf das MSN-Programm zu transferieren.
Microsoft hat ausserdem bewusst getestet, welche Angebote bei der wichtigsten Online-Konkurrenz besonders beliebt sind. Man habe sogar AOL-Kunden interviewt, gestand unlängst die für MSN zuständige Managerin Lisa Gurry der Tageszeitung "Seattle Times". Von der Konkurrenz habe man zum Beispiel viel über den Einbau von Zugangskontrollen gelernt, mit denen Eltern das Websurfen ihrer Kinder regulieren können. Besonders stolz ist Gurrys Team über einen neuartigen Filter, mit dem lästige Werbe-Post aus dem E-Mail- Briefkasten entfernt wird. Benutzer von MSN 8.0 können ihre Software so einstellen, dass sie nicht nur die Überschrift und den Absender, sondern auch den Inhalt von unerwünschten Werbesendungen automatisch überprüft.
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