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Mibrag erwägt Braunkohleförderung bei Magdeburg - Erkundung geplant

dpa | 12.10.2006
Bild: Stromleitungen


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Magdeburg (dpa) - Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag/Theißen) erwägt Braunkohleförderung in der Nähe von Magdeburg. Erste Probebohrungen zur Erkundung des Vorkommens in der Egelner Südmulde sind für August 2007 geplant. Abhängig vom Ergebnis der Erkundungen und diverser Genehmigungsverfahren könnte die Förderung in 25 bis 30 Jahren beginnen, wie der Kaufmännische Geschäftsführer der Mibrag, Heiner Krieg, am Donnerstag in Egeln (Landkreis Aschersleben-Staßfurt) sagte. Unter dem etwa 76 Quadratkilometer großen Areal lagern in etwa 330 Metern Tiefe mehr als eine Milliarde Tonnen Braunkohle. Es handelt sich Krieg zufolge um eines der größten zusammenhängenden Vorkommen in Deuschland.

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Das genaue Ausmaß des möglichen Tagebaus ist nach den Worten von Krieg derzeit noch nicht abzusehen. Daher sei auch nicht klar, ob Ortschaften verlegt und Menschen umgesiedelt werden müssten. Das ganze Projekt stehe erst am Anfang, der Ausgang sei offen. Die Mibrag kann sich vorstellen, mit etwa 1000 Beschäftigten jährlich 15 bis 20 Millionen Tonnen Braunkohle zu fördern und einen Teil der Kohle in einem neuen Kraftwerk vor Ort zur Stromgewinnung zu nutzen. Zum Vergleich: Momentan fördert der drittgrößte deutsche Braunkohleproduzent, der derzeit rund 2200 Beschäftigte hat, im weiter südlich gelegenen Dreiländereck Sachsen/Sachsen-Anhalt/ Thüringen rund 19 Millionen Tonnen jährlich aus mehreren Tagebauen.

Für die Mibrag ist das Projekt nach den Worten von Krieg wichtig, um die Energieversorgung auch für kommende Generationen zu sichern. Vor dem Hintergrund des geplanten Atomausstieges, absehbaren Rückgängen bei der Steinkohleförderung sowie steigender Öl- und Gaspreise werde Braunkohle auch in Zukunft eine großen Anteil am deutschen Energiemix haben. Derzeit liege dieser bei 25 Prozent, das sei das Minimum auch für die nächsten Jahrzehnte, betonte Krieg. Laufe alles nach Plan, könne die Förderung bei Magdeburg nahtlos an die in den Tagebauen Vereinigtes Schleenhain (Sachsen) und Profen (Sachsen-Anhalt) anknüpfen, wo der Vorrat bis 2040 reiche.

Nach Angaben des Mibrag-Planungsverantwortlichen Andreas Günther sind in der Region bis zum Jahr 2010 zunächst etwa 160 Probebohrungen geplant. Dadurch wolle die Mibrag feststellen, ob sich eine Förderung wirtschaftlich lohne. Die Geologie des Feldes ist demnach kompliziert, problematisch ist auch die hydrologische Situation. Die Kohle weist im Unterschied zu anderen Lagerstätten einen hohen Salzgehalt auf. Deshalb war zu DDR-Zeiten auf einen Abbau verzichtet worden. Kohle-Tagebaue gab es vor Ort schon Mitte des 19. Jahrhunderts, erste dokumentierte Erkundungen des gesamten Egelner Südfeldes gehen bis in das Jahr 1938 zurück.

Die Landrätin von Aschersleben-Staßfurt, Heike Bremer (CDU), und der SPD-Landtagsabgeordnete Manfred Püchel sagten, die Begeisterung für die Pläne halte sich bei ihnen in Grenzen. "Wir hoffen, dass keine Menschen umgesiedelt werden müssen und so wenig wie möglich in die Natur eingegriffen wird", erklärten beide Politiker unisono.

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag/Theißen) hat rund 2200 Beschäftigte und ist der drittgrößte Braunkohlenproduzent in Deutschland. Derzeit betreibt das Unternehmen im Dreiländereck Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen die beiden Tagebaue Profen und Vereinigtes Schleenhain sowie drei eigene Industriekraftwerke und eine Staubfabrik. Jährlich werden rund 19 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert, Hauptabnehmer waren die Kraftwerke Lippendorf und Schkopau. Der Umsatz belief sich im Vorjahr auf 291 Millionen Euro. Seit der Privatisierung 1994 investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben 900 Millionen Euro in neue Anlagen, Ausrüstungen, Systeme und Umweltschutzprojekte. Gesellschafter der Mibrag sind zu gleichen Teilen die US-Firmengruppen Washington Group International und NRG Energy Inc..



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