Mibrag erwägt Braunkohleförderung bei Magdeburg - Erkundung geplant
Für die Mibrag ist das Projekt nach den Worten von Krieg wichtig, um die Energieversorgung auch für kommende Generationen zu sichern. Vor dem Hintergrund des geplanten Atomausstieges, absehbaren Rückgängen bei der Steinkohleförderung sowie steigender Öl- und Gaspreise werde Braunkohle auch in Zukunft eine großen Anteil am deutschen Energiemix haben. Derzeit liege dieser bei 25 Prozent, das sei das Minimum auch für die nächsten Jahrzehnte, betonte Krieg. Laufe alles nach Plan, könne die Förderung bei Magdeburg nahtlos an die in den Tagebauen Vereinigtes Schleenhain (Sachsen) und Profen (Sachsen-Anhalt) anknüpfen, wo der Vorrat bis 2040 reiche.
Nach Angaben des Mibrag-Planungsverantwortlichen Andreas Günther sind in der Region bis zum Jahr 2010 zunächst etwa 160 Probebohrungen geplant. Dadurch wolle die Mibrag feststellen, ob sich eine Förderung wirtschaftlich lohne. Die Geologie des Feldes ist demnach kompliziert, problematisch ist auch die hydrologische Situation. Die Kohle weist im Unterschied zu anderen Lagerstätten einen hohen Salzgehalt auf. Deshalb war zu DDR-Zeiten auf einen Abbau verzichtet worden. Kohle-Tagebaue gab es vor Ort schon Mitte des 19. Jahrhunderts, erste dokumentierte Erkundungen des gesamten Egelner Südfeldes gehen bis in das Jahr 1938 zurück.
Die Landrätin von Aschersleben-Staßfurt, Heike Bremer (CDU), und der SPD-Landtagsabgeordnete Manfred Püchel sagten, die Begeisterung für die Pläne halte sich bei ihnen in Grenzen. "Wir hoffen, dass keine Menschen umgesiedelt werden müssen und so wenig wie möglich in die Natur eingegriffen wird", erklärten beide Politiker unisono.
Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft
Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag/Theißen) hat rund 2200 Beschäftigte und ist der drittgrößte Braunkohlenproduzent in Deutschland. Derzeit betreibt das Unternehmen im Dreiländereck Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen die beiden Tagebaue Profen und Vereinigtes Schleenhain sowie drei eigene Industriekraftwerke und eine Staubfabrik. Jährlich werden rund 19 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert, Hauptabnehmer waren die Kraftwerke Lippendorf und Schkopau. Der Umsatz belief sich im Vorjahr auf 291 Millionen Euro. Seit der Privatisierung 1994 investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben 900 Millionen Euro in neue Anlagen, Ausrüstungen, Systeme und Umweltschutzprojekte. Gesellschafter der Mibrag sind zu gleichen Teilen die US-Firmengruppen Washington Group International und NRG Energy Inc..
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