MIBRAG-Chef: Heuersdorfer Braunkohle gibt Energiesicherheit

dpa, Verivox
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Heuersdorf (dpa) - Trotz jahrelangen Rechtsstreits und enormer Kosten verteidigt die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft MIBRAG die Räumung von Heuersdorf als notwendigen Schritt. "Wir haben uns verpflichtet, dem Kraftwerk Lippendorf 40 Jahre lang im Schnitt 10 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr zur Stromgewinnung zu liefern. Dafür sind die gut 50 Millionen Tonnen im Boden von Heuersdorf ein wichtiger Anteil", sagte der kaufmännische MIBRAG-Geschäftsführer, Heiner Krieg, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dabei gehe es um Versorgungssicherheit. "Dass sich der Aufwand im Idealfall auch rechnet, steht hintenan."

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Der Betriebsplan sehe vor, zum Jahresende den Tagebau "Vereinigtes Schleenhain" bis zum Ortsrand von Heuersdorf voranzutreiben, erklärte Krieg. "Im kommenden Jahr soll die erste Kohle aus dem Ort gefördert werden." Auch der Umzug der letzten Bewohner stehe im kommenden Jahr an. Momentan seien noch etwa 60 der einst 320 Heuersdorfer umzusiedeln. Dazu würden derzeit Wohnungen und Häuser in Hagenest, einem Ortsteil der Nachbarstadt Regis-Breitingen, gebaut und in Frohburg liefen Erschließungsarbeiten.

Die Kosten für die Umsiedlung konnte Krieg noch nicht beziffern. "Aber sie dürften sich in einem stattlichen zweistelligen Millionen- Bereich bewegen, sagte der kaufmännische Geschäftsführer. "Natürlich hatten wir 1995 eine schnellere und weniger kostenintensive Einigung mit den Anwohnern erhofft, aber wenn wir den aktuellen Zeitplan einhalten können, ist die reibungslose Förderung nicht in Gefahr."

Der Umzug der Heuersdorfer Kirche gilt als Höhepunkt der Umsiedlung und läutet zugleich den Endspurt ein. "Die letzten Häuser werden spätestens Ende 2009, Anfang 2010 abgerissen sein", sagte Krieg. Dann erinnert vor Ort nichts mehr an das einstige Dorf. Bevor der Boden endgültig von Baggern bearbeitet werden könne, müssten 2008 noch archäologische Untersuchungen abgewartet werden. Bis 2018 soll das Tagebaugebiet Schleenhain als Braunkohlelieferant dienen. Danach werde auf weitere Förderstellen gewechselt. "Es geht dabei um die Wirtschaftlichkeit der Kohleförderung und der des Kraftwerks."

Krieg verteidigte in der Debatte um Klimaschutz die langfristige Planung mit der Ressource Braunkohle als Energieträger. "Würden wir die Braunkohle-Kraftwerke heute abschalten, würde auf einen Schlag 25 Prozent des Energiebedarfs verloren gehen." Außerdem sollen noch Atomkraftwerke vom Netz. Auch um die Steinkohle stehe es nicht mehr so gut in Deutschland. "Wir sind selbstverständlich der Meinung, dass alternative Energien gefördert und langfristig ausgebaut werden müssen. Aber man kann die traditionellen Energieträger nicht von heute auf morgen verbannen, ohne massive Verluste der Lebensqualität und Versorgungssicherheit zu verursachen."



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