Mehrheit der Europäer lehnt Atomstrom ab
dpa | 04.07.2008
Brüssel/Berlin (dpa) - Eine knappe Mehrheit der Europäer lehnt Atomstrom trotz schwindender Erdöl-Reserven weiterhin ab. Insgesamt 45 Prozent von fast 27 000 befragten EU-Bürgern seien gegen die Stromproduktion mit Kernkraft, teilte die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel unter Berufung auf eine europaweite Umfrage vom Frühjahr 2008 mit. Verglichen mit einer ähnlichen Befragung vom Winter 2005 sei die Zustimmung zur Atomkraft allerdings um sieben Punkte auf 44 Prozent gestiegen.
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In Deutschland waren laut EU-Umfrage 47 Prozent der Befragten gegen die Atomkraft und 46 Prozent dafür. Damit stieg die Zustimmung zum Atomstrom binnen drei Jahren um acht Prozentpunkte. Im jüngsten ARD-DeutschlandTrend war das Lager der Atomkraftgegner größer: 51 Prozent der Bundesbürger wollen demnach am Atomausstieg festhalten, ein Rückgang um sieben Punkte seit Dezember 2007. 44 Prozent der Deutschen halten den Verzicht auf die Kernkraft laut Umfrage im ARD- Auftrag angesichts steigender Energiepreise dagegen für falsch. Größer wäre die Zustimmung der Europäer, "falls es eine dauerhafte und sichere Lösung für den Umgang mit radioaktiven Abfällen gäbe". Unter dieser Bedingung befürworteten 48 Prozent der EU-Befragten die Atomkraft. Acht Prozent antworteten aber spontan: "Ich denke nicht, dass es eine solche Lösung gibt." Auch ein Sprecher der EU-Kommission räumte ein: "Derzeit wird der Abfall in den Mitgliedstaaten in Atomkraftwerken gelagert, aber meines Wissens hat kein EU-Land mit Ausnahme Finnlands und vielleicht Frankreichs eine dauerhafte Lösung für die Frage der Müllentsorgung vorgelegt."
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