Mehr Strom aus Atomkraft - Trittin-Ressort: Dem Ausstieg näher

dpa | 25.01.2005
Bild: Stromleitungen


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Berlin (dpa) - Die deutschen Atomkraftwerke haben 2004 nach Angaben der Branche zusammen mehr Strom produziert als ein Jahr zuvor. Sie kommen dem Kernenergie-Ausstieg damit jedoch nur um so näher, erklärte das Bundesumweltministerium am Dienstag in Berlin. Mit jeder Produktion schmelze die im Atomkonsens 2000 vereinbarte Reststrommenge nämlich rapide zusammen, sagte Ministeriumssprecher Michael Schroeren. "Vier Jahre nach dem Atomkonsens ist der Atomausstieg bereits zu einem Drittel vollzogen", erklärte Schroeren. "Da kann man nur sagen: Weiter so."

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Dagegen stellte das Deutsche Atomforum Strom aus Kernenergie als "Grundpfeiler der Versorgungssicherheit" und "Beitrag zur Klimavorsorge" heraus. Dies sei allerdings kein Plädoyer für den Wiedereinstieg, hiess es auf Anfrage. Nach der Ausstiegsvereinbarung sei damit zu rechnen, dass das letzte Atomkraftwerk etwa im Jahr 2020 vom Netz gehe, sagte ein Sprecher des Forums, das unter anderem von den Betreibern und Erbauern der Kraftwerksmeiler getragen wird. Das Umweltministerium fügte hinzu, dass der Meiler Obrigheim im Frühjahr folgen werde, nachdem "Stade" bereits 2003 abgeschaltet worden sei. "Obrigheim" habe dann die zugebilligte Reststrommenge ausgeschöpft.

Laut Atomforum wurden in den 18 noch betriebenen Kernkraftwerken im vergangenen Jahr 167,1 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und damit 2 Milliarden mehr als im Vorjahr. Die grösste Leistung erbrachte erneut der Reaktor Isar 2 in Bayern. Mit im Schnitt 7886 Stunden waren die deutschen Kraftwerke in 2004 zu 89,9 Prozent der Gesamtzeit am Netz (Vorjahr: 87,7 Prozent). Aus Atomkraft wird nur noch 29 Prozent des Stroms in Deutschland erzeugt.

"Strom aus Kernenergie steht praktisch rund um die Uhr zur Verfügung und stellt so einen Grundpfeiler der Versorgungssicherheit in Deutschland dar", erklärte das Forum. Ausserdem würden jedes Jahr durch Kernenergie "soviel CO2-Emissionen vermieden, wie jährlich im gesamten Strassenverkehr ausgestossen werden".

Dagegen erklärte der Ministeriumssprecher: "Dank der vom Atomforum gerühmten Produktivität der deutschen Atomkraftwerke ist der Atomausstieg im zurückliegenden Jahr zügig vorangeschritten." Im Atomkonsens seien damals - gerechnet von Anfang 2000 an - Reststrom- Mengen den Betrieben zugebilligt worden. Zusammen seien dies 2623 Terrawattstunden. Davon seien nur noch 1800 Terrawattstunden übrig. "Sobald eine Anlage die ihr zugewiesene Strommenge produziert hat, erlischt ihre Betriebsgenehmigung", sagte Schroeren. "Der Fortschritt des Atomausstiegs lässt sich also am Stand der noch verfügbaren Reststrommenge ablesen."



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