MCI mit dreijährigen Gesamtverlusten von fast 74 Milliarden Dollar

dpa | 15.03.2004
Bild: Telefon mit Wahltasten


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Ashburn (dpa) - Der nach dem grössten Bilanzbetrug der US- Geschichte in ein Insolvenzverfahren verwickelte Telekommunikationskonzern MCI hat für die Jahre 2000 bis Ende 2002 Gesamtverluste von 73,7 Milliarden Dollar verbucht. Dies hat die zweitgrösste US-Ferngesprächsfirma, die früher als WorldCom firmierte, am Freitag mitgeteilt. MCI hat gewaltige Bilanzfälschungen korrigiert und beispiellose Sonderabschreibungen vorgenommen.

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MCI hat seine Geschäftsergebnisse für die Jahre 2000 und 2001 rückwirkend revidiert und hat ausserdem seine Resultate für das Geschäftsjahr 2002 vorgelegt. Die Veränderungen führten allein für 2000 und 2001 zu einer Reduzierung der Gesamtgewinne vor Steuern um 74,4 Milliarden Dollar (61 Mrd Euro). Damit zieht MCI einen Schlussstrich und will im April aus dem seit 2002 laufenden Insolvenzverfahren heraus kommen.

Der ehemalige Konzernchef Bernard Ebbers (62) war in der vergangenen Woche beschuldigt worden, mit an dem Bilanzbetrug beteiligt gewesen zu sein. Er hat sich nicht schuldig bekannt. Er soll Umsätze und Ausgaben von 2000 bis 2002 gefälscht haben. Ihm wurden Verschwörung, Wertpapierbetrug und Falschaussagen vorgeworfen. Dagegen hatte sich der ehemalige WorldCom-Finanzchef Scott Sullivan schuldig bekannt. Sullivan muss zehn Jahre hinter Gitter.

Ebbers hatte WorldCom durch zahllosen Firmenaufkäufe zum zweitgrössten US-Ferngesprächsunternehmen nach AT&T gemacht und war dabei selbst steinreich geworden. Die Gesellschaft hatte bei ihren Aufkäufen 41 Milliarden Dollar Schulden angehäuft. Auf dem Höhepunkt der Telekom-Spekulationsblase waren die WorldCom-Aktien 1999 zeitweise insgesamt 185 Milliarden Dollar wert. Die ehemaligen Aktionäre gehen leer.

Im Jahr 2001 hatte es bei WorldCom einen Verlust von 15,6 Milliarden Dollar und einen Umsatz von 37,7 Milliarden Dollar gegeben. Im Jahr 2000 verbuchte die Gesellschaft einen Mammutverlust von 48,9 Milliarden Dollar und einen Umsatz von 39,3 Milliarden Dollar. Im Jahr 2002 fiel ein Verlust von 9,2 Milliarden Dollar an. Der Umsatz lag bei 32,2 Milliarden Dollar.

Bei den enormen Anpassungen 2000 und 2001 beruhte der grösste Teil der Riesenverluste auf Abschreibungen für im Wert gefallene Investments. Es wurden allein in den Jahren 2000 und 2001 Sonderabschreibungen von 59,8 Milliarden Dollar vorgenommen. Es wurden in den beiden Jahren auch andere Vorsteuer-Sonderbelastungen von 8,8 Milliarden Dollar ausgewiesen. Es gab Sonderbelastungen von 5,8 Milliarden Dollar, um andere Bilanzierungsfehler zu korrigieren.



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