Lycos: Nutzer sollen Spam-Server in die Knie zwängen
dpa | 26.11.2004
Hamburg (dpa) - Erstmals sollen sich Internet-Nutzer gegen unerwünschte E-Mails (Spam) selbst zur Wehr setzen können. Der Internetportal-Betreiber Lycos Europe hat dafür am Donnerstag in Hamburg eine neue europaweite Kampagne angekündigt. Mit Hilfe eines Bildschirmschoners sollen genervte Internet-Nutzer künftig kollektiv "zurückschlagen" können. Über ihn sollen massenweise gezielt Anfragen an ausgewählte Spam-Versender geschickt werden, die die Server der Verursacher in die Knie zwingen sollen.
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Oftmals seien die Versender dieser Mails einschlägig bekannt, sagte Malte Pollmann von Lycos Europe. Da manche jedoch ihre Server zum Beispiel irgendwo in China aufstellen, könne man ihnen nur schwer habhaft werden. Das Versenden von Spam sei aber längst kein Kavaliersdelikt mehr, sagte Felicitas Piegsda-Rohowski von Lycos Germany. Die Massenmails richteten bereits volkswirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe an.
Lycos Europe will im Zuge der Kampagne "Make Love not Spam" den Bildschirmschoner vom 1. Dezember an in acht Ländern auf ihren Internet-Sites zum Herunterladen bereitstellen. Sobald der eigene Rechner zu Hause nicht benutzt wird, startet der Bildschirmschoner automatisch Seitenabrufe an bekannte Spam-Websites. Die so genannten Requests werden über Lycos-Server umgeleitet, damit die Nutzer anonym bleiben. Je mehr Leute das kleine Programm nutzen, desto grösser wird das Datenaufkommen auf den ausgewählten Spam-Seiten. Dadurch sollen die Spam-Server nicht nur langsamer werden, sondern den Betreibern durch das hohe Datenaufkommen auch hohe Kosten entstehen.
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