Lohnt sich eine Pelletheizung? Fragen und Antworten

dpa/tmn | 29.03.2016
Bild: Ölheizung ©by-studio/fotolia.com

Berlin - Wer sich eine Pelletheizung installiert, hat einige Vorteile. Der nachwachsende Brennstoff hat einen hohen Heizwert und ist verhältnismäßig günstig. Allerdings braucht man jede Menge Platz und hat einigen Wartungsaufwand.


Woher stammt die Wärme fürs Haus?

Aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz, Pellets genannt. "Sie werden ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln unter hohem Druck gepresst", erklärt Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes in Berlin. "Mit ihrem niedrigen Wasser- und Aschegehalt verbrennen sie sauber und komfortabel." Der Energiegehalt eines Kilogramms Pellets entspricht ungefähr dem eines halben Liters Heizöl. "Damit haben sie einen sehr guten Heizwert."

Für wen eignet sich die Pellet-Zentralheizung?

Diese Systeme eignen sich prinzipiell in jedem Gebäude zum Heizen und zur Warmwasserbereitung, egal ob es sich um Einfamilienhäuser, mehrgeschossige Gebäude oder gewerblich genutzte Objekte handelt. Sie können in Neubauten, aber auch in älteren Häusern eingesetzt werden. "Ein klassischer Fall ist der Ersatz einer alten Ölheizung durch eine Pelletheizung", erklärt Bentele.

Wie groß ist der Platzbedarf?

Ein Lagerplatz für die Pellets ist nötig. So nimmt beim Austausch einer Öl- gegen eine Pelletheizung den alten Platz des Öltanks dann das Gewebesilo ein. Wer eine Pellet-Zentralheizung in seinem Neubau installieren will, muss einen Aufstellraum für die Heizung mit Platz für einen Lagerraum einplanen, der praktischerweise in der Nähe der Heizung liegen sollte. "Bei der Planung der Pellet-Heizanlage ist zu beachten, dass der Heizraum möglichst an die Außenmauer des Gebäudes angrenzt, um eine direkte Belüftung zu gewährleisten", rät Bentele. Auch das Lager muss ausreichend belüftet sein.

Wie funktioniert die Technik?

Während die halbautomatischen Kompaktanlagen von Hand mit Pellets befüllt werden müssen, sind vollautomatische Anlagen über eine Förderschnecke oder eine sogenannte Saugaustragung mit dem Lagerraum oder -tank verbunden. Aus diesen gelangen die Pellets vollautomatisch zum Heizkessel. Die Saugförderung hat den Vorteil, dass der Lagerraum der Pellets nicht zwangsweise im Nachbarraum liegen muss, sondern sich auch bis zu 20 Meter entfernt und nicht unbedingt ebenerdig zum Heizraum befinden kann. Das ermöglicht auch Erdtanks im Garten als Lagerraum für die Pellets.

Welche Speichermöglichkeiten gibt es?

Im Prinzip kommen die Zentralheizungen auch ohne aus, aber der Einbau von Pufferspeichern erhöht den Komfort der Anlage. "Ein Speicher sorgt dafür, dass die Heizung nicht bei jedem Anlass neu gestartet werden muss", erklärt Bentele. Damit lässt sich die Zahl der Brennerstarts reduzieren und der Heizkessel immer im Volllastbetrieb laufen. Das erhöht den Wirkungsgrad und reduziert die Emissionen der Verbrennung. "Gerade für Gebäude mit niedrigem Wärmebedarf empfiehlt sich der Einbau eines Pufferspeichers", erklärt Bentele. "Wird die Pelletheizung beispielsweise noch mit einer Solaranlage gekoppelt, muss sie im Idealfall im Sommer gar nicht eingeschaltet werden."

Welche Nachteile hat diese Technik?

Der Lagerraum muss vorhanden sein. Außerdem sind viele Pelletheizungen zu groß. Denn Neubauten und auch sanierte Altbauten müssen entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) mit deutlich weniger Energie auskommen als früher. Der Trend geht auch zu kleineren Anlagen, zum Beispiel Pelletöfen, die direkt im Wohnraum aufgestellt werden. Sie bringen einen kleinen Teil der Wärme in das Zimmer, in dem sie stehen, und heizen mit dem größten Teil der Leistung das ganze Haus.

Wann rechnet sich die Investition?

Die Anschaffung ist laut Pelletverband mit rund 20 000 Euro etwa doppelt so teuer wie eine neue Ölheizung, die mit 10 000 Euro kalkuliert werden muss. Aber Pellets waren in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 30 Prozent günstiger als Öl. "Bei einem Energieverbrauch von 3000 Liter Öl, die durch 6 Tonnen Pellets ersetzt werden, ergibt sich ein Betriebskostenvorteil von knapp 1000 Euro im Jahr", rechnet Verbandsvertreter Bentele vor. Damit wäre eine Pelletheizung innerhalb von zehn Jahren rentabel.

Der Experte geht von einer Betriebsdauer von durchschnittlich 20 Jahren aus. Allerdings zeigen Bauherren angesichts der in jüngster Zeit sinkenden Ölpreise immer weniger Interesse an Pellet-Heizungen.



Weitere Nachrichten vom 29.03.2016

Kostenlose Beratung
0800 80 80 890
Mo-Fr 8-22 Uhr
Sa-So 9-22 Uhr

Häufig gestellte Fragen
Strompreisvergleich
Anzahl Personen oder kWh/Jahr
kWh/Jahr
Geprüft und ausgezeichnet!
Unabhängige Vergleiche, zertifizierter Kunden­service, beliebteste Vergleichsseite – das ist Verivox. Wiederholt wurde unsere Arbeit in den vergangenen Jahren geprüft und ausgezeichnet. Das ist Sicherheit, auf die Sie sich verlassen können.
  • TÜV geprüftes Vergleichsportal
  • Website des Jahres 2014
  • eKomi 99 % Kundenzufriedenheit
  • TÜV Saarland Service tested 1,6
  • Ökotest Testsieger
  • Fördermitglied der Schlichtungsstelle Energie e.V.
  • Testsiegel Preise Energietarifrechner 2013
  • Testsiegel Service Energietarifrechner 2013
  • Testsiegel Testsieger Energietarifrechner 2013
© 2016 – Das unabhängige Verbraucherportal Verivox vergleicht kostenlos Tarife und Produkte in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Versicherungen, Finanzen, Fahrzeuge und Immobilien. Verivox verwendet größte Sorgfalt auf Vollständigkeit und Richtigkeit der dargestellten Informationen, kann aber keine Gewähr für diese oder die Leistungsfähigkeit der Anbieter übernehmen.