Litauen wünscht von EU längere Laufzeit für Atomkomplex Ignalina

dpa
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Vilnius/Brüssel (dpa) - Litauen will seine als unsicher geltenden Atomreaktoren in Ignalina länger als der EU bislang zugesagt am Netz halten. Dies beschloss die Regierung in Vilnius am Donnerstag. Da Ausweichkapazitäten im russischen Kaliningrader Gebiet nicht wie geplant zum Jahresende in Betrieb gehen könnten, wolle man den ersten Block von Ignalina ein halbes Jahr länger betreiben. Ignalina ist vom Typ des Unglücksreaktors im ukrainischen Tschernobyl.

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Die EU-Kommission äusserte sich in Brüssel zurückhaltend. "Wir werden uns das anschauen und die Begründung prüfen", sagte ein Sprecher der Kommission. "Bisher haben wir jedoch noch keine offizielle Anfrage vorliegen."

Das EU-Neumitglied Litauen hatte sich nach jahrelangen Verhandlungen verpflichtet, den ersten Block bis Ende 2004 und den zweiten bis 2009 abzuschalten. Der baltische Staat ist bei der Elektrizitätsversorgung des Landes zu mehr als 80 Prozent von dem Atomkomplex abhängig und versorgt auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion teilweise die Kaliningrader Exklave, Weissrussland und Lettland.



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