Kyoto-Protokoll international gefeiert - Weitere Schritte angemahnt
Das Kyoto-Protokoll sei ein "dringend notwendiger erster Schritt auf einem langen Marsch zur Klima-Stabilisierung", betonte Trittin. Weiteres Handeln sei aber dringend erforderlich, denn der Klimawandel schreite schneller voran, als selbst Klimaforscher es erwartet hätten. Leitlinie der Europäischen Union (EU) sei es, eine globale Erwärmung um mehr als 2 Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Werten zu verhindern. "Wir sind heute schon bei 0,7 Grad globaler Erwärmung", sagte Trittin. Bis zur Mitte des Jahrhunders müssten die weltweiten Emissionen um etwa 50 Prozent gesenkt werden.
Es sei zudem nicht akzeptabel, wenn in den USA bei gleichem Lebensstandard pro Kopf und Jahr zweieinhalb mal so viel Treibhausgase emittiert würden wie in Europa. Aber auch ärmere Länder müssten schrittweise umsteuern in Richtung einer klimagerechten Entwicklung.
Die US-Regierung nehme den Klimawandel sehr ernst, sagte Regierungssprecher Scott McClellan in Washington. Deshalb habe sie etwa Steuervergünstigungen im Umfang von 3,6 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) für erneuerbare Energien durchgesetzt. "Diese Regierung hat sich wie keine zuvor verpflichtet, das Wachstum der Treibhausgasemissionen so zu reduzieren, dass die Wirtschaft weiter wachsen kann." Der republikanische Senator John McCain setzte sich dafür ein, eine Alternative zu Kyoto zu entwickeln, die auch Länder wie Indien und China zur Reduzierung der Treibhausgase verpflichtet.
Der US-Botschafter in Japan, Howard Baker, sagte nach Angaben des US-Radiosenders "Voice of America": "Amerika gibt fünf Milliarden Dollar pro Jahr für die Verbesserung der Luftqualität aus. Ich vermute, das ist eine Grössenordnung, an die keine andere Nation der Erde heranreicht und vielleicht mehr, als der Rest der Welt zusammen ausgibt."
Die Europäer dagegen drängten US-Präsident George W. Bush erneut zur Teilnahme an den weltweiten Klimaschutzbemühungen. Der Vorsitzende des EU-Umweltministerrats Lucien Lux betonte, auch für die Zeit nach 2012 müsse das Ziel zur Verringerung der schädlichen Emissionen "klar und eindeutig" festgelegt werden.
UN-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnete den Klimawandel als eine der grössten Herausforderungen für die Menschheit. "Wenn wir uns dieser Herausforderung nicht stellen, wird keine nachhaltige Entwicklung möglich sein." Die kenianische Umweltschützerin und Friedensnobelpreisträgerin Maathai mahnte, dass viele Menschen sich an ihren derzeitigen Lebensstil gewöhnt hätten. "Wir sind die Generation, die es noch schaffen kann, es anders zu machen", sagte Maathai. Die Menschen müssten begreifen, dass wir auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen leben. "Wir müssen bei uns selbst anfangen." Verantwortung dabei trügen auch die grossen Industrienationen (G8).
Auch die Direktorin des UN-Klimasekretariats, Joke Waller-Hunter, mahnte zu weiteren Schritten. Die Einhaltung der nun gültigen Verpflichtungen werde streng überwacht werden. Die Weltbank in Washington drängte ebenfalls auf eine Weiterentwicklung des Kyoto- Protokolls.
Das Klimaschutz-Protokoll war im Dezember 1997 im japanischen Kyoto ausgehandelt worden. Lange war aber umstritten, auf welchen Wegen die Ziele des Vertrags erfüllt werden können, und viele Staaten zögerten mit der Ratifizierung. Die erste UN-Klimakonferenz nach In- Kraft-Treten des Kyoto-Protokolls werde vom 28.
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