Kuhn: Glos ist Lobbyist der großen Energiekonzerne
Verivox | 31.03.2006
Der Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/Die Grünen, Fritz Kuhn, hat Bundeswirtschaftsminister
Michael Glos (CSU) in einem PHOENIX-Interview am Freitagmorgen scharf
kritisiert. "Er ist in der Energiepolitik bisher ein Lobbyist der
großen Energiekonzerne", sagte Kuhn. "Einmal in der Woche geht eine
Presseerklärung raus für die Verlängerung der Atomkraft, aber an die
mittelständische Energiewirtschaft wird bei Herrn Glos nicht gedacht
- zum Beispiel daran, die kleinen Energieerzeuger im ländlichen Raum
zu fördern."
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Der neue Wirtschaftsminister sei "der Schwachpunkt der Großen
Koalition", so der Grünen-Fraktionsvorsitzende. "Er war auf das Amt
nicht vorbereitet und eingestellt." Zum Beispiel habe Glos "keinen
Begriff von Innovationspolitik, also wie man neue Produkte und Ideen
vom politischen Rahmen her fördern kann, so dass wir neue
Arbeitsplätze schaffen." Weiter sagte Kuhn bei PHOENIX: "Wenn man
sich anschaut, jetzt nach über hundert Tagen, was das
Wirtschaftsministerium bisher zustande gebracht hat, dann würde ich
sagen: nichts"
Kuhn forderte, den Atomausstieg fortzusetzen: "Es war ein großes Konsenswerk zwischen der Politik und der Energiewirtschaft." Die Investitionsentscheidungen für regenerativen Energien müssten nun umgehend getroffen werden.
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