Künast will mit Forschungsprogramm Biosprit und -gas vorantreiben
Ausgerechnet beim Thema nachwachsende Rohstoffe wurde Künast von der Vize-Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion, Gerda Hasselfeldt, und vom Deutschen Bauernverband kritisiert. Sie habe der Förderung "einen Rückschlag zugefügt, indem sie einen überparteilichen Kompromiss zur besseren Absatzförderung bei der Bioenergie verhindert" habe, sagte Hasselfeldt. Dabei sei eine Aufnahme der Energiepflanzen in den Katalog der für die Bauern werbenden CMA-Marketinggesellschaft nicht zu Stande gekommen.
Nachwachsende Rohstoffe - zumeist Raps für die Biodiesel- und Mais für die Biogasproduktion - hätten bereits einen Anteil von 10 Prozent der 11,7 Millionen Hektar Ackerfläche, sagte Künast. Studien zufolge könne dieser Anteil ohne Einbussen für die heimische Produktion von Nahrungsmitteln auf ein Drittel ausgebaut werden. "Damit sind sie schon längst keine Nische mehr für die Landwirte, sondern zu einer wichtigen Produktions- und Einkommens-Alternative geworden". Für die Forschungsförderung nachwachsender Rohstoffe insgesamt stünden 2005 aus ihrem Agraretat 54 Millionen Euro zur Verfügung.
Das jetzige Forschungsprojekt soll drei Jahre dauern. Dabei sollen alternative Pflanzenkulturen an sechs Standorten auf ihre Eignung als Energiepflanze untersucht werden, wie Armin Vetter von der Thüringischen Landesanstalt erläuterte. Dazu gehören die Raps- und Weizenregion Mecklenburg-Vorpommerns, die Futterbau-Veredlungsregion in Niedersachsen, die Roggen-Kartoffel-Region in Sachsen und die Weizen-Region in Thüringen, die Körnermais-Sonnenblumen-Region in Baden-Württemberg und die bayerische Region der Vorgebirgslagen für Ackerfutter-Wintergerste. Ziel sei, die ökonomisch und ökologisch jeweils günstigsten Energiepflanzen herauszufinden.
Die Künast unterstehende Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe geht davon aus, dass binnen kurzer Zeit die Zahl der Biogasanlagen auf etwa 4000 in Deutschland verdoppelt werden kann. Zur Verringerung der Abhängigkeit vom Öl spiele vor allem der Biokraftstoff eine grosse Rolle, sagte Geschäftsführer Andreas Schütte. Langfristig könnten bis zu 35 Prozent des heutigen überwiegend importierten fossilen Kraftstoffbedarfs durch heimische Biokraftstoffe ersetzt werden. Jetzt liege dieser Anteil im unteren einstelligen Bereich.
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