Kraftstoff-Leck im Atomkraftwerk Krümmel
Kiel - In den stillgelegten Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel gab es erneut meldepflichtige Ereignisse. In Krümmel sei bei einer Überprüfung an einem der sechs Notstromdiesel ein Riss festgestellt worden, wodurch Kraftstoff ausgelaufen sei. Dies teilte das Kieler Justizministerium am Dienstag mit.
Während des Austauschvorganges der Leitung stand der Notstromdiesel nicht zur Verfügung. Die erforderliche Mindestreserve von drei Aggregaten war über fünf betriebsbereite Notstromdiesel sichergestellt, hieß es.
Auch in Brunsbüttel gab es Probleme mit dem Notstromdiesel, wie eine Sprecherin von Vattenfall Europe Nuclear Energy mitteilte. Bei Abnahmeprüfungen sei dieser im unabhängigen Notstandssystem gestartet. Der Anlauf entsprach den Betriebsvorschriften, war jedoch nicht in der Testanweisung genannt worden. Sicherheitstechnisch relevante Auswirkungen hatte der Start nicht, formal sei jedoch ein Meldekriterium erfüllt.
Die Befunde wurden dem Kieler Justizministerium als zuständiger Atomaufsicht mitgeteilt. Das Ereignis liege mit Stufe null unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken, sagte die Vattenfall-Sprecherin.
Krümmel war am 4. Juli 2009 nach einem Kurzschluss im Maschinentransformator per Schnellabschaltung vom Netz genommen worden. Ein baugleicher Trafo war Ende Juni 2007 nach einem Kurzschluss ausgebrannt. Daraufhin war der Pannenreaktor knapp zwei Jahre vom Netz. Erst am 19. Juni 2009 hatte die Atomaufsicht das Wiederanfahren genehmigt. Vattenfall rechnet derzeit nicht damit, Krümmel und den ebenfalls seit Ende Juni 2007 nach einer Schnellabschaltung stillgelegten Meiler Brunsbüttel rasch wieder anfahren zu können.
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