Kooperation zwischen Südkorea und Türkei bei Atomenergie
Seoul - In seinen Bemühungen um einen Auftrag zum Bau eines Kernkraftwerks in der Türkei ist Südkorea einen Schritt weiter. Der südkoreanische Wirtschaftsminister Choi Kyung Hwan und der türkische Energieminister Taner Yildiz unterzeichneten am Dienstag in Seoul eine Vereinbarung über die enge Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung von Atomenergie. Das Memorandum sieht Südkoreas Unterstützung für den Bau von Kernreaktoren an der Schwarzmeerküste in Sinop vor, auch zu Ausbildung türkischer Ingenieure für den Betrieb der geplanten Anlagen will Südkorea beitragen.
Durch das Memorandum erhöhen sich die Chancen für südkoreanische Unternehmen, den Zuschlag für den Kraftwerksbau zu erhalten. Es sei das erste Mal, dass die Regierung in Ankara in einer Vereinbarung ihre Absicht zur Kooperation beim Bau des Atomkraftwerks zum Ausdruck gebracht habe, wurde der südkoreanische Vize-Wirtschaftsminister Kim Young Hak von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Ein kommerzielles Abkommen über die zwei Reaktoren in Sinop könne im nächsten Jahr geschlossen werden. Ein Konsortium der staatlichen Koreanischen Elektrizitätsgesellschaft (KEPCO) hatte Ende 2009 einen Auftrag im Volumen von 20,4 Milliarden Dollar (16,6 Milliarden Euro) für den Bau von vier Atomreaktoren in den Vereinigten Arabischen Staaten gewonnen.
Das Memorandum wurde am Rande eines Besuchs des türkischen Präsidenten Abdullah Gül in Südkorea unterzeichnet. Gül und der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak einigten sich am Dienstag nach Angaben des Präsidialamts in Seoul darauf, die Zusammenarbeit beider Länder unter anderem in den Bereichen Energie und Bauwesen sowie in der Rüstungsindustrie auszubauen.
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