"Kontraste": Zweifel an Sicherheit des AKW Biblis bleiben bestehen
Biblis - Die Zweifel an der Sicherheit des Atomkraftwerks (AKW) im hessischen Biblis sind immer noch nicht vollständig ausgeräumt. Das ARD-Politikmagazin "Kontraste" berichtete am Donnerstag vorab, dass der Energiekonzern RWE das AKW Biblis mit einem Reaktor betreibe, der vermutlich die Voraussetzung für eine Betriebsgenehmigung nicht erfülle. Nach Angaben des Magazins fehlen an etwa 200 Rohrteilen im Notkühlsystem sogenannte Stempelfelder. Diese Stempelfelder seien eingeprägte Sicherheitskennzeichnungen, die Aufschluss über die Materialqualität und die Belastbarkeit der Rohrteile geben.
Ursprünglich habe der Leiter des AKW argumentiert, eine genaue Dokumentation durch Stempel sei beim Bau von Biblis in den 1970er Jahren "nicht zwingend erforderlich" gewesen. Recherchen des Magazins zufolge ist aber eine dauerhafte Stempelung jedes einzelnen Teilstücks laut Atomgesetz zwingend für eine Betriebserlaubnis vorgeschrieben.
Der Block B des AKW hatte nach mehr als zehnmonatiger Revision am Montagabend wieder den Regelbetrieb aufgenommen. Seit Abschaltung des Blocks am 23. Januar hatte RWE nach eigenen Angaben 100 Millionen Euro für Nachrüstungen und Modernisierungen investiert. Repariert wurden unter anderem Rohrleitungen und elektrotechnische Komponenten des Reaktors. Am 12. November ging der Block zunächst in den Probebetrieb. Der Beginn des Regelbetriebs verzögerte sich wegen notwendiger Nachbesserungen immer wieder.
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