Kommunikation auf allen Kanälen: Multimessenger für das Handy

dpa | 04.06.2008
Bild: Hand mit Smartphone


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Hamburg/Berlin (dpa/tmn) - Dass viele Handys inzwischen zu Mini-Computern mutiert sind, ist eine Binsenweisheit. Trotzdem nutzen die meisten Besitzer leistungsstarker Mobiltelefone das Potenzial ihrer täglichen Begleiter nicht einmal annähernd aus. Neben Telefonie und Kurzmitteilungen konnte sich auf breiter Front noch die Nutzung als Musikspieler und - falls in guter Qualität vorhanden - als Kamera durchsetzen. Fehlanzeige dagegen bei den auf dem PC so beliebten Instant Messengern. Dabei gibt es viele solcher Programme für verschiedene Handys sogar kostenlos.

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In der Regel handelt es sich bei der nachträglich problemlos auf dem Handy installierbaren Software um sogenannte Multimessenger. Sie unterstützen mindestens die großen Netzwerke wie AIM/iChat, MSN Live Messenger, Yahoo Messenger, ICQ, Jabber, Google Talk und immer öfter auch Skype, MySpace oder Facebook Messenger. Auch wer Kontakte in hierzulande eher selten genutzten Netzwerken pflegt, findet Programme, die weiterhelfen und Messenger wie den in Polen populären Gadu Gadu oder das chinesische QQ-Netzwerk unterstützen.

Um auch unterwegs im Chat dabei sein zu können, braucht es noch nicht einmal ein UMTS-fähiges Handy. Schon mit den Datenpreisen der Prepaid-Discounter wie blau.de, simyo, Fonic oder Congstar, die je nach Anbieter zwischen 24 und 49 Cent pro übertragenes Megabyte Daten liegen, ist mobiles Messaging wegen der wenig datenintensiven Textübertragung äußerst günstig.

Bereits seit 2006 bietet das Unternehmen Fringland aus London seinen Multimessenger Fring als Freeware an. Neben Versionen für die Handy-Betriebssysteme Symbian und Windows Mobile gibt es das Programm neuerdings auch als Vorabversion für das Apple iPhone. Fring unterstützt nicht nur verschiedene Instant Messenger für den Text-Chat und kann zwischen den Datenverbindungen WLAN, GRPRS und UMTS wechseln, sondern ermöglicht auch die Internet-Telefonie via Skype oder über das SIP-Protokoll mit beliebigen VoIP-Providern. Vom Mobilfunkanbieter unter Umständen gesperrte und für VoIP genutzte Ports können Fring nicht stoppen: Der gesamte Datenverkehr läuft wie jede normale Internet-Seite über den Port 80.

Wer also bereits zu Hause mit Carpo, Sipgate, Nikotel, 1&1 oder einem anderen VoIP-Anbieter telefoniert, kann die Anmeldedaten auch in seinem Handy eintragen. Nach einer Erhebung des Branchenverbandes BITKOM in Berlin telefoniert immerhin jeder achte Deutsche über das Internet - Tendenz steigend.

Mit Nimbuzz kommt ein ebenfalls kostenloses Konkurrenzprogramm aus den Niederlanden. Weil es neben der Symbian- auch in einer Java-Version heruntergeladen werden kann, erreicht das Programm auch den größeren Kreis von Nutzern, der ein Handy ohne spezielles Betriebssystem besitzt.

Ein anderer Freeware-Messenger kommt aus Russland: Talkonaut unterstützt in der Symbian- und der Windows Mobile-Version neben dem Textchat in den üblichen Netzwerken die Internettelefonie über das SIP-Protokoll oder über Google Talk, MSN Live Messenger, Yahoo sowie AIM/iChat. In der Windows Mobile-Variante schaltet er je nach Bedarf außerdem automatisch zwischen verschiedenen Datenverbindungen um. Die Java-Version beschränkt sich auf die Möglichkeit des Textchats.

Ebenfalls auf Java setzt der Movamessenger. Die Freeware begnügt sich mit der klassischen Chat-Funktionalität, ist aber beispielsweise auch mit dem chinesischen QQ-Netzwerk kompatibel. Außerdem verspricht das Programm eine effektive Komprimierung der ohnehin kleinen Textdatenmengen. "Der intensive Gebrauch des Movamessengers verbraucht monatlich nur ungefähr zwischen zwei und fünf Megabyte Daten", verspricht Hersteller Movafone.



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