Kommunen erwägen Übernahme des Stromnetzes von E.ON

dpa
Bild: Stromleitungen



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Erfurt (dpa) - Bei Thüringer Kommunen gibt es Überlegungen, das Stromnetz der E.ON Thüringer Energie AG zu übernehmen. Dies sei allerdings nur eine von mehreren Optionen, sagte am Mittwoch Ralf Rusch, Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebundes, zu einem Bericht der "Thüringer Allgemeinen". Die zu 47 Prozent am größten Thüringer Energieversorger beteiligten Kommunen könnten ihre Anteile eintauschen, um das 40 000 Kilometer lange Netz zu übernehmen. Zum Wert der Anteile wollte Rusch keine Angaben machen. Die Überlegungen hätten noch keine konkreten Formen angenommen. "Es wird über ganz viele Alternativen gesprochen." Hintergrund seien Verhandlungen über Strukturveränderungen bei E.ON Thüringen.

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Unternehmenssprecher Olaf Werner sagte, es gebe Überlegungen, sich so aufzustellen, dass "Eingriffe des Regulierers" besser abgefedert werden könnten. Sie seien aber noch nicht abgeschlossen. Ein mögliches Interesse der Kommunen am Stromnetz sei dem Unternehmen bisher nicht bekannt. Sie wären vor öffentlichen Stellungnahmen auch zunächst Gegenstand von Gesprächen zwischen den Anteilseignern, da es um gemeinsames Unternehmenseigentum gehe. Nach Angaben von Werner wird der größte Teil der kommunalen Anteile bei einer Beteiligungsgesellschaft gebündelt. Es gebe außerdem knapp zehn kommunale Einzelaktionäre, die insgesamt deutlich weniger als 10 Prozent an der AG hielten.

Die Netzgesellschaft TEN ist eine 100-prozentige Tochter von E.ON Thüringen. Verhandelt werden soll nach dpa-Informationen derzeit darüber, auch die Bereiche Netzservice, der für Wartung und Instandhaltung der Netze zuständig ist, sowie den Vertrieb in separate Gesellschaften von E.ON Thüringen auszugliedern. Der Bereich Kundenabrechnungen soll möglicherweise zentralisiert und für mehrere regionale E.ON-Töchter gemeinsam organisiert werden. Bei der Diskussion der Strukturveränderungen soll es aus Sicht der Kommunen unter anderem darum gehen, ihren Anteil am Unternehmenswert, den Gewinnen sowie ihren Einfluss auf die Strategie zu wahren. Außerdem gehe es um den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Die Landtagsfraktion der Linkspartei bewertete den Vorstoß zur Übernahme des Stromnetzes durch die Kommunen als positiv. Es sei richtig, eine wirkliche Trennung der Energieerzeugung von den Übertragungsnetzen einzuleiten, sagte der energiepolitische Sprecher der Fraktion, Tilo Kummer. Das sei ein Schritt, um "die Allmacht der Energiekonzerne in Deutschland" aufzubrechen.



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