Kohlekraftwerke: Vattenfall fordert CO2-Speichergesetz

Berlin - Die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid wurde kürzlich vom Bundesrat abgelehnt. Nun zieht der Energiekonzern Vattenfall Europe Konsequenzen: Ohne ein entsprechendes CO2-Speichergesetz baue das Unternehmen keine neuen Kohlekraftwerke mehr in Deutschland.  

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Bild: Vattenfall Logo Bild: ©Vattenfall Europe Sales GmbH / Text: dpa

Das kündigte der Chef des viertgrößten Stromkonzerns, Toumo Hatakka, am Mittwoch in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa an. Die Nutzung des sogenannten CCS-Verfahrens zur Abtrennung und Speicherung von klimaschädlichem CO2 sei für Vattenfall sehr wichtig, betonte Hatakka. "Unsere Strategie ist klar: Ohne CCS werden wir keine neuen Kohlekraftwerke bauen - weder für Braunkohle noch für Steinkohle." Das geplante Steinkohle-Kraftwerk in Hamburg-Moorburg werde aber noch fertiggestellt. Der Bundesrat hatte das CO2-Speichergesetz abgelehnt.

Die Bundesregierung rief inzwischen den Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern an, um das Gesetz doch noch zu retten. Hatakka meinte dazu: "Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Gesetz noch in einer verbesserten Form kommt. Aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr hoch." Ohne Gesetz steht auch das geplante Demonstrationskraftwerk mit CO2-Abscheidung in Brandenburg in Frage. "Es sieht nicht so gut aus für unser Demoprojekt in Jänschwalde. Es geht dort um Investitionen in einer Größenordnung von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Das werden wir nur machen, wenn wir stabile Rahmenbedingungen haben. Das ist derzeit nicht der Fall."

Eventuell zusätzliche Stellenstreichungen

Der beschleunigte Atomausstieg macht dem Konzern zu schaffen. Dazu sagte der Vattenfall-Chef: "Wir respektieren die Entscheidung der Bundesregierung, gehen aber davon aus, dass wir eine Kompensation erhalten. Dafür prüfen wir alle juristischen Möglichkeiten bis hin zu einer Klage." Dadurch habe sich auch der Kostendruck erhöht, betonte Hatakka. Nun müsse geprüft werden, ob die bisher geplanten Stellenstreichungen und andere Einsparungen ausreichen. "Bis Jahresende werden wir prüfen, ob zusätzliche Maßnahmen notwendig sind." Letztlich müssten alle Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. "Die Energiewende hat ihren Preis. Bis 2020 erwarten wir, dass die Stromrechnung für die Verbraucher um 30 Prozent höher ausfällt als heutzutage."

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