Kohle gewinnt als Energieträger der Zukunft an Bedeutung
Bis 2020, so erwarten es die Chinesen selbst, könnte der Verbrauch auf 3,1 Milliarden Tonnen klettern, so dass die eigene Produktion des Landes nicht mehr ausreichen würde. Ohne zu beschönigen zählt Dadi die negativen Folgen dieser Entwicklung auf: China wird vermutlich bis zum Jahr 2020 der grösste Verursacher von Treibhausgasen, obwohl der Pro-Kopf-Verbrauch von Energie niedrig bleibt. Von den rund 60.000 Kohleminen des Landes entsprechen die meisten nicht internationalen Standards an Umwelt- und Gesundheitsschutz. Rund sechs Millionen chinesische Bergarbeiter arbeiten in kleinen Minen mit niedriger Produktivität und unter gefährlichen Bedingungen. Das Transportsystem des Landes wird überlastet.
Doch China hat, ebenso wie vergleichbare Entwicklungsländer, kaum eine Alternative. "Die Kohle bringt Energie zu den Armen", sagt Sipho Nkosi, der ein Kohleunternehmen in Südafrika leitet. Die Entwicklungsländer wollen alle verfügbaren Energiequellen nutzen, Kernenergie ebenso wie Wasserkraft und erneuerbare Energien. Mit Kohle scheint jedoch eine wachsende Energieerzeugung am schnellsten erreichbar. Kernenergie bedeutet sehr hohe Investitionen, erneuerbare Energien sind noch nicht leistungsfähig und ergiebig genug, Öl zu teuer, um damit Strom zu erzeugen. Bleibt neben Kohle nur noch Gas, dem ebenso gute Wachstumschancen eingeräumt werden.
Vor diesem Hintergrund forscht die Kohleindustrie intensiv an Massnahmen, mit denen sowohl die Effizienz der Kraftwerke verbessert als auch der Ausstoss von Schadstoffen verringert werden kann. "Der Schlüssel liegt im technischen Fortschritt durch höhere Wirkungsgrade in Kraftwerken", sagt RWE-Chef Harry Roels. Zudem forscht die Branche an Technologien, die abgasfreie Kohlekraftwerke ermöglichen sollen. Das giftige CO2, das beim Verbrennen von Kohle anfällt, wird bei diesen Kraftwerken aufgefangen und tief in der Erde deponiert. Das ist aber noch Zukunftsmusik und bislang viel zu teuer.
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