Koalition billigt Klimapaket - Heftiger Disput bei Union
"Aus meiner Sicht schreiben wir die Erfolgsstory der erneuerbaren Energien fort", sagte der Vizevorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Ulrich Kelber, auf dpa-Nachfrage. Damit könne eine Erhöhung des Ökoenergie-Anteils an der Stromproduktion bis 2020 auf 30 Prozent gesichert werden.
Höher als bisher fällt die ebenfalls von den Verbrauchern aufzubringende Förderung der Windenergie an Land und vor der Küste aus. Mit entsprechenden Verbraucher-Entgelten soll auch mehr Tempo in die Stromerzeugung von kleinen Wasserkraftwerken, Erdwärme-Anlagen und in die Parallelproduktion von Strom und Wärme über die Kraft-Wärme-Koppelung (KWK) gebracht werden. Neben den beiden Gesetzen zum Einsatz erneuerbarer Energien zur Strom- und Wärmeerzeugung und zum KWK-Gesetz soll am Freitag im Bundestag auch über das Messwesen endgültig abgestimmt werden. Dabei geht es um die Einführung "intelligenter Stromzähler", mit deren Hilfe die Bürger viel Energie, Treibhausgase und Kosten einsparen können.
Neben dem ersten Klimapaket wird auch weiter über Verzögerungen des zweiten Klimaschutzpakets heftig diskutiert. Dazu gehören schärfere Energie-Einsparanforderungen beim Heizen ebenso wie die Reform und Erhöhung der Lkw-Maut. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) geht davon aus, dass der neue Zeitplan einzuhalten ist.
Noch länger braucht allerdings die Reform der Kfz-Steuer. Wie Glos erwartet auch der Parlamentarische Geschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) ein Inkrafttreten erst 2010. Einigkeit gibt es in der Union, dass mit einer Umstellung der Kfz-Steuer von der Hubraumbasis auf die Besteuerung nach Kohlendioxid (CO2) die Besitzer von Altautos nicht belastet werden sollen. Darüber hinaus gibt es in der Union Überlegungen, die Steuern für Autofahrer - einschließlich der Mineralöl- und Ökosteuer - völlig zu überarbeiten. Röttgen bestätigte solche Pläne des Bundes. Dabei geht es auch darum, die Kfz-Steuer, die allein den Ländern zufließt, gegen Teile aus der Mehrwertsteuer auf den Bund zu übertragen.
Weitere Nachrichten vom 04.06.2008
- Heftige Kritik im Bundestag an Telekom - Ruf nach mehr Datenschutz
- Kündigung am besten über den neuen DSL-Anbieter laufen lassen
- Vattenfall appelliert an Senat: Moorburg jetzt zügig genehmigen
- Bundesregierung sieht keinen Bedarf für neues Energiekonzept
- GDF und Suez fusionieren - Neuer europäischer Energieriese
- Steinmeier: Bei Ostsee-Rat keine kritische Diskussion zur Pipeline
- Umfrage: Deutsche wollen mehr Datenschutz
- Kommunikation auf allen Kanälen: Multimessenger für das Handy
- Union hält an Vorratsdatenspeicherung fest
- Yahoo! terminiert verschobene Hauptversammlung auf 1. August
- Zeitung: Fusion von Gasversorger GDF mit Suez am 16. Juli
- Netzagentur: Telekom soll wie Siemens Beschwerdestellen einrichten
- REpower: Auftrag über 200 Megawatt für Windparks in den USA
- US-Ölpreis nach starken Vortagesverlusten kaum verändert

