Klimaschutzkonferenz: Dringlicher Aufruf zu Kampf gegen Treibhauseffekt

dpa
Bild: Stromleitungen


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Buenos Aires (dpa) - Mit einem dringlichen Aufruf zur Bekämpfung des Treibhauseffekts haben am Mittwoch in Buenos Aires bei der 10. UN-Klimaschutzkonferenz die Beratungen von fast 90 Umweltministern, darunter auch Jürgen Trittin (Grüne), begonnen. Als Gastgeber warnte Argentiniens Präsident Néstor Kirchner vor den katastrophalen Folgen der Erderwärmung. Sie träfen besonders die armen Länder, die zugleich am wenigsten Schuld daran hätten. Die traditionellen Industrieländer seien deshalb besonders in der Pflicht, auch weil sie über die notwendige Technik und Finanzkraft verfügten.

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Viele Entwicklungsländer würden zudem durch Auslandsschulden in Milliardenhöhe belastet und in ihren Reaktionsmöglichkeiten beschnitten. Während die industrialisierten Länder die Schulden der Entwicklungsländer immer wieder einforderten, seien sie selbst nicht bereit, für ihre "Umweltschulden" einzustehen. "Diese doppelte Moral ist inakzeptabel", sagte Kirchner. Der niedrige Weltmarktpreis vieler Erzeugnisse armer Länder sei ein weiterer Grund für die Verletzlichkeit solcher Staaten durch die Folgen des Klimawandels.

Auch der Direktor des UN-Umweltprogramms (UNEP), Klaus Töpfer, rief im Namen des Generalsekretärs der Vereinten Nationen (UN), Kofi Annan, dringend zum Handeln gegen den Klimawandel auf. "Die Augen der Welt ruhen auf Ihnen", sagte Töpfer. Trittin hatte am Vortag in Buenos Aires das Ziel der Europäischen Union (EU) bekräftigt, die Erderwärmung bis 2050 unter 2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu halten.

Aber auch diese Erwärmung sei schon "eine begrenzte Katastrophe". Zum Beispiel gäbe es dann kaum noch Dauerfrostböden in den Alpen und keine Gletscher mehr, warnte Trittin am Vortag. Experten gehen davon aus, dass zur Begrenzung der bereits begonnenen Erwärmung auf zwei Grad eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen weltweit bis 2050 um die Hälfte nötig ist. Deutschland will sich zunächst zu einer Reduzierung um 40 Prozent bis 2020 verpflichten, wenn sich die EU zu 30 Prozent Einsparungen verpflichtet.

Unter dem Kyoto-Protokoll haben sich bisher rund 30 Industriestaaten zu festen Emissionszielen bis 2012 verpflichtet, die allerdings eine Treibhausgasreduktion von nur wenigen Prozent ergeben. Die USA, die allein 25 Prozent aller Treibhausgase verursachen, akzeptieren keine Begrenzung.

Eine in Buenos Aires vorgestellte Studie des Europäischen Klimaforums und des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung bestätigte die Warnungen Trittins. Schon bei einer Erwärmung der Atmosphäre von 2 bis 2,5 Grad gebe es ein erhebliches Risko für "katastrophale" Folgen. So könnten die Reisernten in Südostasien um bis zu 25 Prozent zurückgehen, dicht bevölkerte Küstenstreifen überflutet werden und in Perus Hauptstadt Lima das Trinkwasser versiegen. Bestimmte Ökosysteme wie in der Arktis und Kulturen wie die der Inuits könnten ganz verloren gehen.



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