Klimadiskussion in Japan - Blair will Revolution beim Umweltschutz
Nach Ansicht des britischen Ex-Premiers sollten alle Staaten zur Senkung der globalen CO2-Emissionen um 50 Prozent bis 2050 verpflichtet werden, einschließlich der beiden Hauptverschmutzer USA und China. Eine Gruppe von Experten werde unter seiner politischen Führung im Juni einen Zwischenbericht über ihre Beratungen für ein internationales Rahmenwerk zum Klimaschutz vorlegen, kündigte Blair an. Das Ergebnis der Beratungen der Experten solle in den Verhandlungsprozess der G8-Länder und Vereinten Nationen einfließen.
Es gehe ihm darum, wie eine globale Vereinbarung aussehen könnte, sagte der Ex-Premier bei der letzten Beratungsrunde im Rahmen des "Gleneagles"-Dialogs, der auf den G8-Gipfel in Gleneagles in Schottland 2005 zurückgeht. Nach japanischen Medienberichten plant die Regierung in Tokio beim G8-Gipfel in der nordjapanischen Provinz Hokkaido vorzuschlagen, den Dialog unter den 20 größten CO2-Emittenten fortzusetzen. Japan warb für seinen Vorschlag, das CO2- Reduktionspotenzial von Sektor zu Sektor wie der Stromerzeuger- oder Stahlindustrie auf der Basis der Energieeffizienz zu berechnen.
Japan wies zudem auf die Bedeutung der Entwicklung und Anwendung neuer Technologien zur Energieeinsparung hin. Auch die Frage einer Finanzierung für Entwicklungsländer beim Klimaschutz stand auf der Agenda in Chiba. Blairs Expertengruppe will auch über die Effizienz eines Emissionshandels-Systems sowie realistische und faire Verpflichtungen für Entwicklungsländer beraten. Die Arbeit der Expertengruppe ersetze nicht den formalen internationalen Verhandlungsmechanismus, könne aber informieren, wurde Blair zitiert.
Am "Gleneagles"-Dialog sind neben den G8-Staaten auch große Schwellenländer wie Indien, China und Brasilien beteiligt. Auf all diese Länder entfallen rund 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.
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