Kein Termin für Neustart der Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte Vattenfall wegen der festgestellten Schäden am Montag scharf und forderte die Stilllegung der Kraftwerke. "Je länger Vattenfall den Pannenmeiler Krümmel untersucht, umso mehr Schwachstellen und Probleme treten auf", sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. "Offenbar kann der Betreiber den Zustand seiner eigenen Anlagen nicht einschätzen." Nun müssten auch andere baugleiche Reaktoren vom Netz genommen und auf Schäden untersucht werden.
Nach Angaben von Vattenfall sind bei der routinemäßigen Inspektion der stillstehenden Kraftwerke oberflächliche Korrosionserscheinungen an mehreren Ventilen des Kühlwasser- und Wasserdampfkreislaufs der Reaktoren entdeckt worden. In Krümmel seien 43 Armaturen betroffen, sagte Züfle. 13 der betroffenen Ventile sollen mit einem speziell entwickelten Schweißverfahren saniert werden. In Brunsbüttel sollen 15 Ventile auf diese Weise repariert werden, bei sieben weiteren steht die Überprüfung noch aus.
Zusätzlich sind in Krümmel bislang 230 fehlerhafte Halte-Dübel für Wasserleitungen und Pumpen ausgetauscht worden, 40 weitere sollen folgen. In Brunsbüttel wurden den Angaben zufolge bislang 50 Dübel ausgetauscht, etwa 300 sollen bis zum Wiederanfahren noch folgen. Das Problem der nicht ordnungsgemäß angebrachten Dübel sei zuerst im hessischen Kernkraftwerk Biblis bemerkt worden, sagte Vattenfall-Pressesprecher Ivo Banek. Als Reaktion würden nun auch die Halterungen in anderen Reaktoren nach und nach routinemäßig überprüft und ersetzt.
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