Kasachstan reagiert zurückhaltend auf Gas-Pläne der EU
Astana/Moskau - Zum Auftakt einer Sondierungsreise für die von Russland unabhängige Gas-Pipeline "Nabucco" ist der EU- Ratsvorsitzende Mirek Topolanek in Kasachstan auf verhaltenes Interesse gestoßen. Das zentralasiatische Land müsse bei der Vergabe seiner Energiereserven auch die Interessen Moskaus beachten, sagte der kasachische Regierungschef Karim Massimow am Donnerstag nach einem Treffen mit Topolanek in der Hauptstadt Astana. Topolanek bezeichnete das "Nabucco"-Projekt als vorrangig für die amtierende Ratspräsidentschaft, meldete die Agentur Itar-Tass. Nach dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine treibt die EU die Initiative voran, mit der sie die Gasversorgung Europas unabhängig von Russland sicherstellen will.
"Bei der Gas-Krise zwischen Moskau und Kiew im Januar hat sich gezeigt, dass die EU hier sehr verwundbar ist", sagte Topolanek. Man suche daher nach Alternativen zur derzeitigen Haupt-Transitstrecke von russischem Gas über die Ukraine. Zudem wolle die EU neben Russland weitere Energielieferanten wie Kasachstan gewinnen, betonte Tschechiens Regierungschef. Topolanek wird an diesem Freitag in Turkmenistan und Aserbaidschan erwartet. Wie Kasachstan haben beide Länder Zugang zum Kaspischen Meer und spielen daher eine Schlüsselrolle bei den Planungen der EU, die Gasversorgung Europas durch neue Pipelines dauerhaft zu sichern.
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