Kartellverfahren gegen zwei thüringer Gasversorger eingestellt - Kuhhandel?
dpa | 26.04.2005
Erfurt (dpa/Verivox) - Das thürigner Wirtschaftsministerium hat die wegen überhöhter Gaspreise eingeleiteten Kartellverfahren gegen die Stadtwerke Saalfeld und Sondershausen eingestellt. Die mit den beiden Gasversorgern erzielten Einigungen würden Teile der Preiserhöhungen ausgleichen, teilte das Ministerium am Dienstag in Erfurt mit. Zudem hätten beide Unternehmen bis zum 30. September dieses Jahres stabile Preise zugesichert. Damit laufen den Angaben zufolge nun noch gegen fünf Stadtwerke Kartellverfahren.
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Die Stadtwerke Sondershausen bieten vom 1. Juni an ein Rabattmodell für diejenigen Kunden, die einen Vertrag mit zwei Jahren Laufzeit abschließen. Vorgesehen seien Nachlässe von 0,2 Cent pro Kilowattstunde. Die Saalfelder Stadtwerke gewähren nach Angaben des Ministeriums vom 1. Juli an speziell für gewerbliche und größere Abnehmer von 100.000 Kilowattstunden pro Jahr Preissenkungen von 0,08 Cent pro Kilowattstunde. Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) bewertete die Einigung als "Sieg der Vernunft".
Ein Euphemismus, wie wir von Verivox meinen. 0,08 Cent pro Kilowattstunde entsprechen bei einem Jahresverbrauch von 12.000 kWh gerade mal 1,3 Prozent. In Anbetracht dessen, dass die angemahnten Gasversorger um mindestens 3 Prozent über dem Durchschnittspreis aller Thüringer Gasversorger liegen und die Stadtwerke Saalfeld sowie die Stadtwerke Sondershausen ihre Preise um mindestens 0,35 Ct/kWh erhöht hatten, verkommt die Einigung zu einer Farce. Erst 0,35 Cent oder mehr aufzuschlagen, um anschließend 0,08 Cent abzuziehen, mag aus Unternehmenssicht "vernünftig" klingen. Im Sinne der Verbraucher ist diese Einigung ganz sicher nicht.
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