Kartellamt verhängt Millionenstrafen gegen Flüssiggasanbieter

AFP, Verivox
Bild: palniki gazowe



gesamtes Archiv
RSS-Feed abonnieren



Bonn (AFP) - Kunden deutscher Flüssiggasanbieter haben jahrelang zu hohe Preise gezahlt. Wegen illegaler Absprachen verhängte das Bundeskartellamt gegen sieben Unternehmen der Branche Bußgelder in Höhe von insgesamt knapp 208 Millionen Euro, wie die Behörde am Mittwoch in Bonn mitteilte. Gegen vier weitere Firmen liefen noch Verfahren. Sie alle belieferten Privat- und Gewerbekunden mit Flüssiggas in Kleintanks oder Flaschengas. Vor allem Kunden mit einem Miettank für Flüssiggas seien den überhöhten Preisen des Kartells jahrelang "schutzlos ausgeliefert" gewesen, erklärte Kartellamtschef Bernhard Heitzer.

- Anzeige -
Bei den sieben Unternehmen handelt es sich laut Kartellamt um die Drachen-Propangas aus Frankfurt am Main, die Friedrich Scharr KG aus Stuttgart, die Progas aus Dortmund, die Primagas aus Krefeld, die Sano-Propan aus Nürnberg sowie um die Tyczka Energie und die Tyczka Totalgaz, beide aus Geretsried. Zusammen mit den vier weiteren Firmen machen sie laut Kartellamt rund die Hälfte des deutschen Marktes aus.

Die Firmen verständigten sich seit mindestens 1997 darauf, sich gegenseitig keine Kunden abzuwerben, wie das Kartellamt bei der Auswertung von im Mai 2005 sichergestellten Unterlagen und Dateien herausfand. Über weitere Absprachen verabredeten die Lieferanten demnach ein Preisniveau, das bis zu hundert Prozent über dem kleinerer, freier Anbieter lag. Die betroffenen Verbraucher seien "in erheblicher Weise" geschädigt worden, erklärte Kartellamtspräsident Heitzer. Die Krefelder Primagas widersprach den Vorwürfen und kündigte rechtliche Schritte gegen den Bußgeldbescheid an.

Die Bußgelder berechnete die Behörde anhand der Mehrerlöse im Vergleich zu den Preisen freier Anbieter. Den Einwand der Firmen, die hohen Geldbußen gefährdeten sie in ihrer Existenz, ließ das Bundeskartellamt nicht gelten. Hinter den Unternehmen - zum Teil deutsche Tochtergesellschaften europaweit agierender Flüssiggas- und Mineralölkonzerne - stünden "durchweg potente Muttergesellschaften" mit der Möglichkeit, ihre Marktstellung in Deutschland auch nach Zahlung der Buße ohne weiteres sicherzustellen, erklärte die Behörde.



Weitere Nachrichten vom 19.12.2007

Kostenlose Beratung
0800 80 80 890
Mo-Fr 8-20 Uhr
Sa 9-16 Uhr

Häufig gestellte Fragen
Skype Video-Beratung
Benachrichtigungsservice
Aktuelle Tarifangebote für
Sie zusammengestellt.
Wechseln über Verivox
Herr Müller zeigt, wie's geht. Herr Müller
  • Schnell und einfach sparen
  • Über 12 Jahre Erfahrung
  • Über 4 Millionen Kunden
mehr Vorteile
Services
Geschäftspartner
MeinVerivox
  • Newsletter mit Spartipps
  • Aktionen & neue Tarife
  • Aufträge verfolgen