Kanada untermauert erstmals wissenschaftlich Anspruch auf Arktis
AFP
Ottawa (AFP) - Im Kampf um die Rohstoffschätze unter dem Polareis will Kanada erstmals seine Gebietsansprüche in der Arktis wissenschaftlich untermauern. Gemeinsame Forschungen mit Dänemark hätten ergeben, dass der von Moskau beanspruchte unterseeische Lomonsow-Rücken in Wirklichkeit mit der nordamerikanischen Kontinentalplatte sowie mit Grönland verbunden sei, erklärte der kanadische Minister für natürliche Ressourcen, Gary Lunn, am Freitag. Nach seinen Angaben hat Kanada damit Anspruch auf ein rund 1,75 Millionen Quadratkilometer großes Gebiet - das entspricht in etwa der dreifachen Größe Frankreichs. Lunn kündigte an, die Ergebnisse am Wochenende auf dem Internationalen Geologie-Kongress in Oslo vorzustellen.
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Die fünf Anrainerstaaten der Arktis - USA, Russland, Dänemark, Norwegen und Kanada - streiten sich derzeit um ihre Ansprüche über die Arktis. Seit durch den Klimawandel das Polareis schmilzt, wachsen auch Begehrlichkeiten zur Nutzung der frei werdenden Meeresgebiete in der Arktis. Unter dem Eis wird rund ein Viertel der weltweit vorhandenden Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet, durch die Gletscherschmelze ließen diese sich bald ausbeuten. Wer die unter dem Polareis versteckten Rohstoffe nutzen darf, ist umstritten. Jedem der fünf Anrainerstaaten steht nach internationalem Recht eine 200-Seemeilen-Zone vor der Küste zur ausschließlichen wirtschaftlichen Nutzung zu. Für jede weitere Nutzung müssen sie wissenschaftlich belegen, dass das Gebiet Teil ihres Territoriums ist.
Russland hatte im vergangenen Jahr für heftige Proteste gesorgt, als es zum Zeichen seines Anspruches auf die Rohstoffvorkommen der Arktis eine russische Flagge auf dem Grund des Ozeans hisste. Laut russischen Forschern gehört der Lomonosow-Rücken zum sibirischen Festland.
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