Justizministerin hält IT-Minister für unnötig
- Internet und Videoüberwachung gefährden Schutz von Bürgerdaten
- Datenschützer fordert strengere Regelungen für Internet-Unternehmen
- Enquête-Kommission des Bundestages soll Auswirkungen des Internets untersuchen
- Mehrheit der Deutschen will nicht auf Internet verzichten
- Gesetz zu Internetsperren wird heute wirksam
- Vorzüge und Nachteile der Datensicherung im Internet
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Berlin - Laut den Worten von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ist die Bundesregierung gegen die Einrichtung des Amtes eines Internet-Ministers. Internet und Datenschutz sei Aufgabe der gesamten Bundesregierung, erklärte sie am Donnerstag in Berlin. "Wir sind der Meinung, einen zusätzlichen Internet-Minister oder IT-Minister in der Bundesregierung brauchen wir nicht." In der Branche hatte es Forderungen nach einem Staatsminister für das Internet und Kritik an der Internetpolitik der Regierung gegeben.
Kritiker hatten unter anderem widersprüchliche Äußerungen und Maßnahmen beim Thema Privatsphäre angeführt. Die Ministerin sagte: "Von gewissen temperamentbedingten Unebenheiten in der Koalition sollten Sie sich nicht täuschen lassen." Man sei "sehr gewillt", in diesen Fragen eine gemeinsame Richtung einzuschlagen.
Unterschiedliche Meinungen gibt es innerhalb der Bundesregierung aber weiterhin beim Thema Vorratsdatenspeicherung. Nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürfen in Deutschland Telefon- und Internetdaten nicht länger massenhaft für sechs Monate gespeichert werden, um Ermittlungen gegen Schwerverbrecher und Terrorverdächtige zu erleichtern. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) drängt die Justizministerin, noch vor der Sommerpause einen neuen Gesetzentwurf zu erstellen. Leutheusser-Schnarrenberger bekräftigte, das Urteil müsse erst sorgfältig bewertet und ausgewertet werde. Es dürfe keinen "gesetzgeberischen Schnellschuss" geben.
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