Juschtschenko macht Timoschenko für Gazprom-Drohung verantwortlich
AFP, Verivox
Kiew (AFP) - Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat seine Regierungschefin für die Drohungen des russischen Energieriesen Gazprom mit einem Lieferstopp verantwortlich gemacht. Mit ihrem "Gerede über Änderungen der Transitbedingungen" habe Julia Timoschenko der Ukraine eine Gaspreiserhöhung um 30 Prozent eingehandelt, sagte der Präsident am Donnerstag im Fernsehsender 1+1.
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Gazprom hatte zuvor damit gedroht, wegen ukrainischen Außenständen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar (rund eine Milliarde Euro) ab kommender Woche einen Teil der Gaslieferung einzustellen. Ein Sprecher versicherte gleichzeitig, die Lieferungen an den Westen blieben davon unberührt. Timoschenko hatte vor kurzem angekündigt, die Transitgebühren für das russische Gas zu erhöhen und sie künftig direkt bei Gazprom zu erheben.
Schon Anfang 2006 hatte es einen erbitterten Streit zwischen Russland und der Ukraine um Gaspreis und Transitgebühren gegeben. Nach dem vorübergehenden Lieferstopp hatte die Ukraine damals einer Erhöhung des Gaspreises zugestimmt. Deutschland bezieht mehr als ein Drittel seines Erdgases aus Russland. Rund 80 Prozent der russischen Gasexporte nach Westeuropa laufen durch die Ukraine.
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