Japan verabschiedet sich bald von Atomstrom
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Tokio - Nur noch 3 der insgesamt 54 Atommeilern Japans erzeugen noch Strom. Am Freitag hat der AKW-Betreiberkonzern Chugoku Electric Power den letzten seiner beiden Reaktoren im Atomkraftwerk Shimane in der Stadt Matsue zur regulären Wartung heruntergefahren. Wenn die drei restlichen im Land noch laufenden Meiler ebenfalls zur Wartung bis Ende April abgeschaltet werden, ist die fernöstliche Inselnation damit atomstromfrei.
Bis zum GAU im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi deckten die Atomkraftwerke 30 Prozent des Strombedarfs, inzwischen sind es weniger als drei Prozent. Die Betreiberkonzerne haben deswegen stillgelegte Thermalkraftwerke wieder angefahren. Der dazu notwendige Import von Ersatzbrennstoffen wie Rohöl verursacht ihnen hohe Kosten.
Bevölkerung vertraut AKWs nicht mehr
Die Atomreaktoren werden in Japan alle 13 Monate für eine Wartung heruntergefahren. Ans Netz dürfen die Anlagen erst wieder, wenn die lokalen Behörden zugestimmt haben. Seit der Atomkatastrophe in Fukushima ist dies jedoch nicht zuletzt wegen der großen Sorge der Bevölkerung über die Sicherheit der Atomkraftwerke nicht mehr geschehen. Zudem ist der Genehmigungsprozess so zeitaufwendig, dass Japan einige Monate lang frei von Atomstrom bleiben könnte.
Eine Delegation der Internationalen Energiebehörde IAEA untersuchte jüngst zwei der Meiler in Japan, um die staatlich angeordneten Stresstests zu bewerten. Die Ergebnisse sollen am Dienstag kommender Woche vorgelegt werden. Das Bestehen der Tests ist einer von mehreren nötigen Schritten zur Wiederinbetriebnahme.
Der 11. März 2010 änderte alles
Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi waren mehrere Reaktoren in Folge des schweren Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2010 schwer beschädigt worden. In den Reaktoren kam es zu Kernschmelzen; in die Luft, den Boden und ins Meer gelangte massenhaft Radioaktivität.
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