Italien kündigt Robin-Hood-Steuer auf Gewinne von Ölkonzernen an
AFP
Rom (AFP) - Angesichts der hohen Ölpreise und der satten Gewinne der Ölkonzerne führt Italien eine zusätzliche Steuer ein: die Robin-Hood-Steuer. So nannte Wirtschaftsminister Giulio Tremonti die Abgabe am Mittwochabend bei den Beratungen des Parlaments zu den Haushaltsplanungen. Die Steuer - benannt nach dem Helden aus dem Sherwood Forest, der die Reichen beraubte, um den Armen zu geben - soll anhand der Lagerbestände der Ölkonzerne berechnet und dann als Sondersteuer auf die Gewinne der Konzerne aufgeschlagen werden. Betroffen ist in Italien vor allem der größte Energieversorger Eni.
Die Mineralölwirtschaft wies die Pläne umgehend zurück und beschwerte sich bitter: "Die Branche wird ständig angegriffen, verteufelt und als Ursache aller Übel angesehen", sagte der Verbandsvorsitzende Pasquale De Vita. Die Einnahmen aus der Robin-Hood-Steuer sollen helfen, den Staatshaushalt zu sanieren.
Tremonti kündigte auch einen Hilfsfonds für arme Rentner an. Sie sollen eine Prepaid-Karte erhalten, mit der sie "in aller Diskretion" Grundnahrungsmittel zu reduzierten Preisen kaufen können. Auch bei der Bezahlung ihrer Strom- und Gasrechnung will der Staat ihnen unter die Arme greifen.
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